Was bedeutet das?
Häufiger Harndrang bedeutet, dass ein Hund auffällig oft Wasser lassen muss, dabei oft nur kleine Mengen absetzt und sichtbar Drang verspürt. Er verlangt häufiger nach draußen, setzt in kurzen Abständen ab oder verliert tröpfchenweise Urin. Die Ursachen betreffen meist die ableitenden Harnwege. Sehr häufig steckt eine Blasenentzündung dahinter, die Brennen und ständigen Drang verursacht. Auch Harnsteine, ein Blasentumor, eine Blasenschwäche, eine Harninkontinenz oder eine Prostataerkrankung beim Rüden kommen infrage. Besonders ernst ist ein Harnröhrenverschluss, bei dem der Hund pressen muss, aber kaum oder kein Urin kommt, was rasch lebensbedrohlich wird. Manche Ursachen sind gut behandelbar, andere erfordern schnelles Handeln. Weil vermehrter Harndrang für den Hund unangenehm ist und ernste Ursachen haben kann, sollte er nicht ignoriert, sondern beobachtet und abgeklärt werden.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie darauf, ob der Hund tatsächlich nur kleine Mengen absetzt und dabei pressen muss, oder ob große Mengen kommen, was eher auf Stoffwechsel- oder Nierenprobleme hindeutet. Beobachten Sie den Urin auf Blutbeimengungen, trübe Farbe oder auffälligen Geruch und ob das Absetzen schmerzhaft wirkt, etwa durch Jaulen oder Lecken an der Harnröhre. Weitere Begleitzeichen können vermehrtes Trinken, Unsauberkeit in der Wohnung, Unruhe oder Fieber sein. Kritischer wird es, wenn der Hund wiederholt presst, aber kein Urin kommt, wenn er zunehmend matt wird, erbricht oder einen druckempfindlichen Bauch hat, denn das deutet auf einen Harnröhrenverschluss hin.
Häufiger Harndrang beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Häufiger Harndrang sollte tierärztlich abgeklärt werden, idealerweise innerhalb von ein bis zwei Tagen, da eine Blasenentzündung oder Harnsteine behandelt werden sollten und Beschwerden verursachen. Ein sofortiger Notfall besteht, wenn der Hund wiederholt zum Wasserlassen ansetzt und presst, aber kein oder nur tröpfchenweise Urin kommt, denn ein Harnröhrenverschluss kann innerhalb von Stunden lebensbedrohlich werden. Bringen Sie den Hund dann umgehend in Praxis oder Klinik. Auch blutiger Urin, deutliche Schmerzen, Fieber, Erbrechen oder ein zunehmend matter Zustand sind Gründe für einen raschen Termin, notfalls über den Notdienst. Beobachten Sie bis dahin genau, wie oft und wie viel Ihr Hund absetzt, das hilft bei der Einordnung.