Was ist das?
Eine Prostataerkrankung bezeichnet eine krankhafte Veränderung der Prostata, der sogenannten Vorsteherdrüse des Rüden. Diese Geschlechtsdrüse liegt nahe der Harnblase und umgibt die Harnröhre ringförmig. Bei einer Prostataerkrankung kann sich das Organ vergrößern, entzünden oder in anderer Weise verändern. Weil die Drüse durch ihre Lage sowohl die Harnröhre als auch den Enddarm bedrängt, kommt es häufig zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen und beim Kotabsatz. Manchmal zeigt sich auch blutiger Ausfluss. Betroffen sind vor allem ältere, unkastrierte Rüden, da die Drüse mit den Jahren und unter dem Einfluss der Geschlechtshormone anfälliger wird. Für den Hund bedeutet eine solche Erkrankung, dass alltägliche Vorgänge wie Harn- und Kotabsatz mühsam und mitunter schmerzhaft werden, was sein Wohlbefinden spürbar beeinträchtigen kann.
Typische Anzeichen
Eine Prostataerkrankung zeigt sich durch verschiedene Beschwerden.
- erschwerter oder schmerzhafter Harn- und Kotabsatz
- bandartig dünner, abgeplatteter Kot
- Blut oder Ausfluss aus der Vorhaut
- steifer, vorsichtiger Gang
- mitunter Fieber und Mattigkeit bei Entzündung
Mögliche Ursachen
Veränderungen der Prostata können verschiedene Ursachen haben.
- altersbedingte hormonelle Vergrößerung
- Entzündungen der Drüse
- Zystenbildung
- Tumoren
- Einfluss der Geschlechtshormone bei unkastrierten Rüden
Was Sie tun können
Beobachten Sie das Verhalten beim Wasserlassen und Koten und achten Sie auf Blut oder Ausfluss. Sorgen Sie für leichten Zugang zu Lösemöglichkeiten und vermeiden Sie Druck auf den Bauch. Halten Sie Veränderungen für das tierärztliche Gespräch fest.
Prostataerkrankung beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Zeigt Ihr Rüde Schwierigkeiten beim Harn- oder Kotabsatz oder bemerken Sie blutigen Ausfluss, sollten Sie dies tierärztlich abklären lassen. Da eine Prostataerkrankung als dringend gilt, ist es ratsam, nicht lange zuzuwarten, sondern die Ursache zeitnah untersuchen zu lassen. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn Ihr Hund trotz kräftigen Pressens überhaupt keinen Harn mehr absetzen kann, denn ein vollständiger Harnstau ist lebensbedrohlich. Ebenso erfordern hohes Fieber mit Teilnahmslosigkeit, ein Kreislaufkollaps sowie starke, zunehmende Bauchschmerzen sofortiges Handeln. In solchen Situationen sollten Sie ohne Verzögerung die nächste Tierklinik oder den Notdienst aufsuchen. Auch bei anhaltenden, aber weniger dramatischen Beschwerden gilt: Eine frühe Vorstellung hilft, die Beschwerden Ihres Hundes rasch zu lindern.