Was bedeutet das?
Bei einer Kopfschiefhaltung neigt der Hund den Kopf dauerhaft zu einer Seite, statt ihn gerade zu tragen. Häufig hängt dies mit dem Ohr oder dem Gleichgewichtsorgan zusammen. Eine mögliche Ursache ist ein Fremdkörper im Ohr wie eine Grasgranne, die den Gehörgang reizt, daneben kommen Mittel- und Innenohrentzündungen, ein Vestibularsyndrom, neurologische Störungen oder Verletzungen infrage. Je nach Ursache treten begleitend Taumeln, Kreislaufen, zuckende Augenbewegungen, Kopfschütteln, Ohrgeruch oder Sekret auf. Die Schiefhaltung entsteht, weil der Hund Schmerzen ausweicht oder sein Gleichgewichtsempfinden gestört ist. Eine reine Ohrreizung lässt sich äußerlich nicht sicher von einer Störung des Gleichgewichtsorgans oder einer Nervenerkrankung unterscheiden. Da die Ursachen von behandelbaren Ohrproblemen bis zu ernsteren Erkrankungen reichen, sollte eine anhaltende Kopfschiefhaltung tierärztlich beurteilt werden.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie darauf, zu welcher Seite und wie stark der Kopf geneigt ist und ob die Haltung dauerhaft besteht. Beobachten Sie, ob Ihr Hund taumelt, im Kreis läuft, unsicher steht oder ob seine Augen rasch hin- und herzucken. Prüfen Sie das Ohr auf Rötung, Geruch, Sekret oder Anzeichen eines Fremdkörpers und achten Sie auf begleitendes Kopfschütteln oder Ohrenkratzen. Wichtig sind auch Übelkeit, Erbrechen, Fressunlust und verändertes Verhalten. Notieren Sie, ob die Schiefhaltung plötzlich oder allmählich auftrat und ob ein Spaziergang durch hohes Gras oder eine Ohrentzündung vorausging.
Kopfschiefhaltung beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine neu aufgetretene, anhaltende Kopfschiefhaltung sollte zeitnah tierärztlich untersucht werden, da ihr Ohr- oder Nervenerkrankungen zugrunde liegen können. Vereinbaren Sie rasch einen Termin, wenn die Schiefhaltung bestehen bleibt oder wenn Ohrgeruch, Sekret, Kratzen oder Kopfschütteln hinzukommen, besonders nach einem Spaziergang, da ein Fremdkörper zügig entfernt werden sollte. Sofortige Vorstellung ist ratsam, wenn zusätzlich starkes Taumeln, wiederholtes Erbrechen, zuckende Augen, Lähmungen oder Bewusstseinsstörungen auftreten, denn dann kann eine ernste Innenohr- oder Nervenerkrankung vorliegen. Sichern Sie Ihren Hund vor Stürzen, etwa an Treppen, und lassen Sie die Ursache zügig abklären, um eine gezielte Behandlung zu ermöglichen.