Was ist das?
Das Vestibularsyndrom ist eine Störung des Gleichgewichtsorgans, das im Innenohr sitzt und dem Gehirn meldet, wie der Körper im Raum ausgerichtet ist. Ist dieses System gestört, gerät die Orientierung des Hundes durcheinander, vergleichbar mit einem starken Schwindel beim Menschen. Betroffene Hunde taumeln, halten den Kopf schief, fallen mitunter zur Seite und wirken plötzlich sehr unsicher; manche zeigen auch zuckende Augenbewegungen oder Übelkeit. Die Ursachen reichen von harmloseren Reizungen des Innenohrs bis zu Erkrankungen des Gehirns. Besonders bei älteren Hunden tritt eine eigene Form auf, die zwar oft dramatisch aussieht, sich aber häufig innerhalb von Tagen bis Wochen wieder deutlich bessert. Für den Hund ist der plötzliche Verlust des Gleichgewichts zunächst sehr beängstigend.
Typische Anzeichen
Ein Vestibularsyndrom beginnt meist plötzlich mit deutlichen Anzeichen.
- schiefe Kopfhaltung zu einer Seite
- Taumeln, Umfallen oder Im-Kreis-Laufen
- ruckartig zuckende Augenbewegungen
- Übelkeit, Speicheln oder Erbrechen
- Unsicherheit beim Stehen und Gehen
Mögliche Ursachen
Eine Gleichgewichtsstörung kann verschiedene Ursachen haben.
- altersbedingte Form ohne fassbare Ursache
- Entzündungen oder Infektionen des Innen- oder Mittelohrs
- Erkrankungen des Gehirns
- Durchblutungsstörungen
- bestimmte Vergiftungen oder Nebenwirkungen
Was Sie tun können
Sorgen Sie für eine sichere, gepolsterte Umgebung ohne Treppen oder Kanten, damit sich Ihr Hund beim Taumeln nicht verletzt. Stützen Sie ihn beim Gehen und bieten Sie Wasser und Futter in Reichweite an. Halten Sie ihn ruhig und vermeiden Sie Aufregung.
Vestibularsyndrom beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine plötzlich auftretende Gleichgewichtsstörung mit Taumeln und schiefer Kopfhaltung sollten Sie tierärztlich abklären lassen, um die Ursache zu bestimmen und harmlose von ernsteren Formen zu unterscheiden. Da das Vestibularsyndrom als dringend gilt, ist eine zeitnahe Vorstellung sinnvoll, auch wenn viele Fälle einen glimpflichen Verlauf nehmen. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn zusätzlich schwere Ausfälle wie ein Krampfanfall oder eine Bewusstseinstrübung auftreten, wenn anhaltendes Erbrechen zu einem raschen Kräfteverfall führt oder wenn Ihr Hund vollständig steh- und gehunfähig ist. In diesen Fällen sollten Sie ohne Verzögerung die nächste Tierklinik oder den tierärztlichen Notdienst aufsuchen. Bei einem milderen Verlauf hilft die tierärztliche Begleitung, Ihren Hund sicher durch die Phase der Unsicherheit zu bringen.