Was bedeutet das?
Vermehrtes Speicheln bedeutet, dass aus dem Schnabel mehr Flüssigkeit als gewöhnlich austritt und das Gefieder an Kinn und Halsseiten feucht oder verklebt wirkt. Häufig steckt eine schmerzhafte Entzündung oder ein Belag im Maul- und Rachenraum dahinter, etwa durch Trichomonaden, einen Hefepilz oder einen Vitamin-A-Mangel. Auch Vergiftungen, zum Beispiel durch giftige Pflanzen oder Schadstoffe, können den Speichelfluss deutlich anregen. Vermehrtes Speicheln geht oft mit Schluckbeschwerden, Würgen oder Schleim im Schnabel einher, weil dieselben Erkrankungen den Rachenbereich betreffen. Da die Ursachen von einer örtlichen Entzündung bis zu einer Vergiftung reichen und das Fressen beeinträchtigen können, ist vermehrtes Speicheln ein ernstzunehmendes Zeichen, das man beobachten sollte.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf Feuchtigkeit und Begleitsymptome:
- feuchtes, verklebtes Gefieder am Schnabelrand
- Beläge oder Rötungen im Rachen
- Schluckbeschwerden oder Würgen
- Futterverweigerung
- Mattigkeit
Vermehrtes Speicheln bei Vögeln: Wann muss ich zum Tierarzt?
Vermehrtes Speicheln sollte von einem vogelkundigen Tierarzt abgeklärt werden, vor allem wenn es anhält oder mit Schluckbeschwerden, Würgen, Belägen im Schnabel oder feuchtem, verklebtem Kopfgefieder einhergeht. Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin, damit die zugrunde liegende Erkrankung im Maul- und Rachenraum erkannt und behandelt werden kann. Achten Sie zugleich darauf, ob der Vogel weniger frisst, matt wirkt oder abmagert, da Erkrankungen in diesem Bereich die Nahrungsaufnahme rasch beeinträchtigen. Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung, weil der Vogel Zugang zu giftigen Pflanzen oder Stoffen hatte und plötzlich stark speichelt, oder wirkt er deutlich geschwächt und teilnahmslos, sollten Sie nicht abwarten, sondern ihn umgehend am selben Tag vorstellen. Halten Sie ihn bis dahin ruhig und warm und entfernen Sie mögliche Giftquellen aus seiner Reichweite.