Was ist das?
Ein Trichomonadenbefall, umgangssprachlich Gelber Knopf genannt, ist eine Erkrankung, bei der einzellige Parasiten den oberen Verdauungs- und Atemtrakt von Vögeln besiedeln. Trichomonaden sind kleine Geißeltierchen, die sich vor allem im Schlund und Rachen ansiedeln und dort typische gelbliche, käsige Beläge bilden. Diese Beläge erschweren das Schlucken, sodass betroffene Vögel Futter und Wasser meiden, würgen und mit der Zeit abmagern. Der Befall tritt besonders häufig bei Tauben und Greifvögeln auf, kann aber auch andere Arten betreffen, und wird oft über verunreinigtes Wasser oder bei der Fütterung der Jungtiere übertragen. In schweren Fällen können die Beläge so ausgedehnt sein, dass sie den Rachen verlegen und die Atmung behindern. Eine tierärztliche Abklärung ist wichtig.
Typische Anzeichen
Erkrankte Vögel fallen häufig durch folgende Anzeichen auf:
- Würgen und Schluckbeschwerden
- Gelbliche Beläge im Rachen
- Vermehrtes Speicheln
- Abmagerung durch Futterverweigerung
Mögliche Ursachen
Mehrere Faktoren können eine Rolle spielen:
- Übertragung über Trinkwasser und Kropfmilch
- Verschmutzte Tränken
- Enger Tierbestand
Was Sie tun können
Reinigen Sie Tränken täglich und trennen Sie betroffene Tiere; bieten Sie weiches Futter an. Beobachten Sie den Vogel dabei aufmerksam.
Trichomonadenbefall (Gelber Knopf) bei Vögeln: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei sichtbaren Belägen im Rachen oder bei Schluckbeschwerden sollten Sie den Vogel zügig einem vogelkundigen Tierarzt vorstellen. Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin, wenn der Vogel würgt, den Kopf schüttelt, schlechter frisst und trinkt, wenn Sie gelbliche Beläge im Schlund erkennen oder wenn er abmagert. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn die Beläge den Rachen verlegen und der Vogel Atemnot zeigt, wenn er Futter und Wasser vollständig verweigert, oder wenn er deutlich geschwächt und aufgeplustert dasitzt. In diesen Fällen müssen Sie das Tier umgehend vorstellen. Da der Befall über verunreinigtes Wasser und bei der Fütterung übertragen wird, sollten Sie auf saubere Tränken achten und erkrankte Tiere von anderen trennen, um weitere Ansteckungen im Bestand zu vermeiden.