Was bedeutet das?
Ein ausbleibender Harnabsatz bedeutet, dass ein Hund trotz wiederholter Versuche keinen oder fast keinen Harn lassen kann, obwohl er sichtbar drängt. Dahinter kann eine Blockade der Harnwege stehen, etwa durch Steine, Kristalle oder eine Verengung, aber auch eine Störung der Blasenfunktion. Der Harn staut sich dann in der Blase zurück, die sich zunehmend füllt und schmerzhaft anspannt. Weil sich dabei giftige Stoffwechselprodukte im Körper anreichern und der Rückstau die Nieren und den Kreislauf belastet, kann sich die Lage innerhalb von Stunden lebensbedrohlich zuspitzen. Aus diesem Grund handelt es sich um eine Situation, die sofortige Aufmerksamkeit erfordert und keinesfalls abgewartet werden darf.
Worauf Sie achten sollten
Wenn Ihr Hund nicht urinieren kann, achten Sie auf folgende Zeichen:
- Wiederholtes Pressen ohne oder mit nur tröpfchenweisem Harn
- Unruhe, Jammern oder häufiges Aufsuchen des Pinkelplatzes
- Harter, aufgetriebener oder schmerzhafter Bauch
- Begleitendes Erbrechen, Mattigkeit oder Appetitverlust
- Wie lange der letzte erfolgreiche Harnabsatz zurückliegt
Ausbleibender Harnabsatz beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Suchen Sie umgehend eine tierärztliche Praxis oder einen Notdienst auf, sobald Ihr Hund nicht mehr urinieren kann oder trotz deutlichem Drängen nur einzelne Tropfen absetzt. Ein solcher Harnstau ist immer ein sofortiger Notfall und zeitkritisch, weil sich der Zustand rasch verschlechtert und ohne Entlastung der Blase lebensbedrohlich wird. Warten Sie nicht ab, ob es sich von selbst bessert, und versuchen Sie nicht, den Bauch zu drücken. Besonders alarmierend sind wiederholtes erfolgloses Pressen ohne Harnabsatz sowie ein harter, schmerzhafter Bauch, verbunden mit Unruhe, Erbrechen oder Teilnahmslosigkeit. Melden Sie sich am besten vorab telefonisch, damit die Praxis auf Ihr Kommen vorbereitet ist und keine wertvolle Zeit verloren geht.