Was ist das?
Eine Blasenlähmung entsteht, wenn die Muskulatur der Harnblase oder ihre nervliche Steuerung nicht mehr richtig arbeitet. Normalerweise zieht sich die Blasenwand zusammen, um den Urin auszupressen, während sich der Schließmuskel im richtigen Moment öffnet. Ist dieses fein abgestimmte Zusammenspiel gestört, kann sich die Blase nicht mehr vollständig entleeren, der Urin staut sich, die Blase dehnt sich aus und mitunter tröpfelt Harn unkontrolliert ab. Bemerkbar macht sich dies oft durch ständiges Nachtröpfeln und einen prall gefüllten Unterbauch. Häufig steht eine Blasenlähmung mit einer Erkrankung des Rückenmarks oder der Nerven in Verbindung, etwa nach einem Bandscheibenvorfall oder einer Verletzung. Für den Hund ist eine überdehnte, nicht entleerte Blase gefährlich, da sich Urin zurückstauen und die Nieren belasten kann.
Typische Anzeichen
Eine Blasenlähmung zeigt sich durch Probleme bei der Blasenentleerung.
- prall gefüllte, nicht entleerte Blase
- unkontrolliertes Harntröpfeln
- fehlender oder nur passiver Urinabsatz
- aufgeblähter, fester Unterbauch
- häufig zusätzliche Lähmungs- oder Schwächezeichen
Mögliche Ursachen
Eine gestörte Blasensteuerung kann verschiedene Ursachen haben.
- Bandscheibenvorfälle oder andere Rückenmarkserkrankungen
- Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule
- Nervenschäden
- lang anhaltende Überdehnung der Blase
- Tumoren im Bereich von Rückenmark oder Nerven
Was Sie tun können
Beobachten Sie, ob und wie Ihr Hund Urin absetzt, und achten Sie auf einen prall gefüllten Bauch. Halten Sie ihn sauber und trocken und vermeiden Sie eigene Versuche, die Blase auszudrücken. Notieren Sie begleitende Bewegungsstörungen.
Blasenlähmung beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Lassen Sie eine vermutete Blasenlähmung zeitnah tierärztlich abklären, da eine überdehnte Blase und gestauter Urin rasch gefährlich werden und die Nieren schädigen können. Anzeichen sind, dass Ihr Hund die Blase nicht mehr richtig entleert, ständig Harn nachtröpfelt oder der Unterbauch prall und angespannt wirkt. Achten Sie darauf, ob und wie viel Urin Ihr Hund noch selbst absetzt, besonders wenn zugleich Lähmungserscheinungen oder eine Schwäche der Hinterhand auftreten. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn über viele Stunden gar kein Harn mehr abgesetzt wird, der Unterbauch prall aufgetrieben, hart und schmerzhaft ist oder Kreislaufschwäche, Erbrechen oder eine rasch fortschreitende Lähmung hinzukommen. Suchen Sie dann umgehend tierärztliche Hilfe auf, notfalls über den Notdienst, um Blase und Nieren zu schützen.