Was ist das?
Eine Lebererkrankung ist eine Störung der Leberfunktion, bei der dieses zentrale Stoffwechselorgan seine vielfältigen Aufgaben nicht mehr richtig erfüllen kann. Die Leber baut Giftstoffe ab, verarbeitet Nährstoffe, bildet lebenswichtige Eiweiße und unterstützt die Verdauung. Bei einer Lebererkrankung ist dieses Zusammenspiel gestört, etwa durch eine Entzündung, eine Schädigung des Gewebes oder eine narbige Vernarbung. Weil die Leber so viele Funktionen übernimmt, wirken sich Erkrankungen häufig auf den gesamten Körper aus und äußern sich in unspezifischen Beschwerden. Die Leber verfügt zwar über große Reserven und kann Schäden lange ausgleichen, doch bei fortschreitender Schädigung treten deutliche Symptome auf. Für den Hund bedeutet eine Lebererkrankung eine ernst zu nehmende Belastung des gesamten Stoffwechsels, die frühzeitig erkannt werden sollte, um bleibende Schäden möglichst gering zu halten.
Typische Anzeichen
Eine Lebererkrankung zeigt sich an oft unspezifischen Anzeichen.
- nachlassender Appetit und Gewichtsverlust
- Mattigkeit und Antriebslosigkeit
- Erbrechen oder Durchfall
- vermehrter Durst
- gelbliche Verfärbung von Haut, Augen oder Schleimhäuten (Gelbsucht)
Mögliche Ursachen
Lebererkrankungen können sehr unterschiedliche Ursachen haben.
- Infektionen oder Entzündungen
- Vergiftungen durch Pflanzen, Medikamente oder Schadstoffe
- Stoffwechselstörungen
- angeborene Gefäßfehlbildungen
- Tumoren oder altersbedingte Veränderungen
Was Sie tun können
Stellen Sie frisches Wasser bereit und halten Sie feste, leicht verdauliche Mahlzeiten ein, ohne das Futter ohne Rücksprache stark zu verändern. Vermeiden Sie den Zugang zu Giftstoffen und geben Sie keine Medikamente ohne tierärztliche Anweisung. Notieren Sie Appetit und Verhalten.
Lebererkrankung beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Anhaltende Appetitlosigkeit, wiederkehrendes Erbrechen oder auffällige Mattigkeit sollten Sie tierärztlich abklären lassen, da solche unspezifischen Zeichen auf eine Lebererkrankung hindeuten können. Weil die Erkrankung als dringend einzustufen ist, sollten Sie mit der Vorstellung nicht lange warten. Ein besonderes Warnzeichen ist eine gelbliche Verfärbung der Schleimhäute, der Augen oder der Haut, die rasch untersucht werden sollte. Zu einem sofortigen Notfall wird die Situation, wenn zu dieser Gelbfärbung ein Krampfanfall, Desorientierung oder eine Bewusstseinstrübung hinzukommen, denn das deutet auf eine schwere Beeinträchtigung hin. Auch ein Kollaps oder anhaltendes Erbrechen erfordern sofortiges Handeln. In diesen Fällen sollten Sie ohne Verzögerung die nächste Tierklinik oder den tierärztlichen Notdienst aufsuchen, um Ihrem Hund rasch helfen zu lassen.