Was bedeutet das?
Eine verminderte Trinkmenge bedeutet, dass ein Kaninchen deutlich weniger Wasser aufnimmt als gewohnt. Das ist bedeutsam, weil eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung für die empfindliche Verdauung und den Kreislauf des Kaninchens unverzichtbar ist. Trinkt das Tier zu wenig, dickt der Darminhalt ein, die Darmbewegung verlangsamt sich und es droht eine gefährliche Magen-Darm-Stase sowie eine Austrocknung. Ursachen können Schmerzen im Maul, die das Trinken erschweren, eine verschmutzte oder ungewohnte Tränke, kaltes Wetter oder eine allgemeine Erkrankung sein, die den Appetit auf Wasser mindert. Zu bedenken ist, dass viel Frischfutter die Trinkmenge natürlicherweise senkt. Weil sich der Zustand schleichend verschlechtern kann, ist ein regelmäßiger Blick auf Napf oder Tränke hilfreich.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf Trinkverhalten und Begleitzeichen:
- Nimmt das Tier deutlich weniger Wasser auf
- Frisst es gleichzeitig schlecht
- Gibt es Zeichen von Schmerzen im Maul
- Wirkt es matt oder ausgetrocknet
- Ist das Trinkgefäß sauber und gut erreichbar
Verminderte Trinkmenge beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine anhaltend verminderte Trinkmenge sollte tierärztlich abgeklärt werden, da Austrocknung und eine Verdauungsstörung drohen, die sich rasch verschlimmern können. Beobachten Sie über einige Tage genau, wie viel das Tier trinkt und frisst, prüfen Sie die Tränke auf Verschmutzung und bieten Sie frisches Wasser und saftiges Grünfutter an. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn das Kaninchen kaum noch trinkt und dabei Austrocknungszeichen wie eingesunkene Augen und stehende Hautfalten zeigt, oder wenn die verminderte Trinkmenge mit Fressunlust und deutlicher Schwäche einhergeht. Da hinter solchen Kombinationen oft eine bedrohliche Magen-Darm-Stase steckt, sollten Sie in diesen Fällen umgehend eine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst aufsuchen.