Was bedeutet das?
Aggressives Verhalten bedeutet, dass ein sonst friedliches Kaninchen plötzlich knurrt, beißt, zwickt, boxt oder angreift. Ein solcher Verhaltenswechsel tritt selten grundlos auf und hat meist eine erklärbare Ursache. Häufig stecken hormonelle Veränderungen dahinter, etwa bei einer Scheinträchtigkeit, während der Geschlechtsreife oder bei einer Erkrankung der Gebärmutter. Ebenso können Schmerzen ein Tier reizbar machen, weil es Berührungen als bedrohlich empfindet. Auch Angst, Revierverhalten, Stress oder eine zu enge Haltung spielen eine Rolle. Bedeutsam ist die Beobachtung deshalb, weil Aggression nicht nur ein Verhaltensproblem sein muss, sondern ein körperliches Signal sein kann. Wer den Zeitpunkt und die Auslöser des Verhaltens beobachtet, hilft, harmlose von behandlungsbedürftigen Ursachen zu unterscheiden.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf die Umstände der Aggression:
- In welchen Situationen wird das Tier aggressiv
- Handelt es sich um eine nicht kastrierte Häsin
- Gibt es Hinweise auf Schmerzen
- Hat sich die Haltung oder Gruppe verändert
- Tritt das Verhalten plötzlich oder über längere Zeit auf
Aggressives Verhalten beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein plötzlicher Wechsel zu aggressivem Verhalten sollte tierärztlich abgeklärt werden, da neben hormonellen Veränderungen auch Schmerzen oder eine Erkrankung dahinterstecken können, die dem Tier zusetzen. Das gilt besonders, wenn das Kaninchen zuvor umgänglich war und sich der Wesenswandel nicht durch die Umgebung erklären lässt. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn zur Aggression deutliche Schmerzzeichen wie Zähneknirschen und eine gekrümmte Haltung kommen oder wenn der Verhaltenswechsel mit Teilnahmslosigkeit und Rückzug einhergeht. Dann steht das Verhalten wahrscheinlich für ein akutes gesundheitliches Problem, das rasch behandelt werden muss. In ruhigeren Fällen können Sie zunächst die Auslöser beobachten, sollten das Verhalten bei Fortbestehen aber nicht auf sich beruhen lassen, sondern abklären lassen.