Überblick
Kaninchenzähne wachsen ein Leben lang nach. Treffen Schneide- oder Backenzähne nicht korrekt aufeinander, nutzen sie sich ungleichmäßig ab. Es bilden sich Spitzen und Haken, die Zunge und Wangenschleimhaut verletzen – das Fressen wird schmerzhaft.
Typische Symptome
- Frisst nicht oder bevorzugt nur weiches Futter
- Vermehrtes Speicheln, nasses Kinn („slobbers“)
- Gewichtsverlust und weniger oder kleinere Köttel
- Zähneknirschen als Schmerzzeichen
Mögliche Ursachen
- Zu wenig Raufutter (Heu) und damit ungenügender Zahnabrieb
- Genetische Veranlagung oder Fehlstellungen des Kiefers
- Folge von Verletzungen oder Kieferabszessen
Wie der Tierarzt vorgeht
In der Praxis werden Maul und Backenzähne untersucht – oft mit einem Otoskop, bei Bedarf in kurzer Narkose. Überstehende Spitzen werden fachgerecht abgeschliffen. Manche Tiere brauchen regelmäßige Kontrollen.
Was Sie zu Hause tun können
Bieten Sie bis zum Termin weiches, schmackhaftes Futter an und achten Sie auf ausreichende Wasseraufnahme. Kürzen Sie Zähne niemals selbst – das kann Zähne splittern lassen und starke Schmerzen verursachen.
Wann zum Tierarzt / Notfall
Zeitnah, sobald Ihr Kaninchen schlechter frisst. Sofort, wenn es über mehrere Stunden gar nicht frisst oder apathisch wirkt – dann droht ein lebensbedrohlicher Magen-Darm-Stillstand.
Vorbeugung
Unbegrenzt Heu anbieten, frühzeitige und regelmäßige Gebisskontrollen, artgerechte Fütterung mit wenig Getreide.