Was bedeutet das?
Unruhe ist ein auffallend nervöses, getriebenes Verhalten, bei dem das Pferd nicht zur Ruhe kommt, umhertritt, scharrt oder ständig die Position wechselt. Sie kann durch Schmerz, Stress oder Juckreiz ausgelöst werden und ist damit ein wichtiger Hinweis auf ein zugrunde liegendes Problem. Harmlose Auslöser sind Aufregung, Trennung von Artgenossen oder ungewohnte Umgebung. Ernst wird es, wenn die Unruhe von Kolikanzeichen wie Umschauen zum Bauch, Scharren oder Wälzen begleitet wird, denn dann steckt oft eine schmerzhafte Erkrankung des Verdauungstrakts dahinter. Auch Schwitzen, beschleunigte Atmung oder Zittern können hinzukommen. Weil Unruhe viele Ursachen haben kann, ist genaue Beobachtung entscheidend. Achten Sie darauf, wie stark die Unruhe ist, wie lange sie anhält und welche weiteren Anzeichen von Schmerz oder Stress dazukommen.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf Begleitumstände der Unruhe:
- ständiges Hinlegen und Aufstehen
- Scharren und Umsehen zum Bauch
- Schwitzen
- Scheuern bei Juckreiz
Unruhe beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei Unruhe mit Schmerz- oder Kolikanzeichen sollten Sie sofort den Tierarzt rufen, denn anhaltende, getriebene Unruhe ist beim Pferd häufig ein Ausdruck von starkem Schmerz. Achten Sie darauf, ob das Pferd zusätzlich scharrt, sich zum Bauch umschaut, schwitzt oder nicht mehr fressen mag, und beschreiben Sie diese Beobachtungen dem Tierarzt. Kurzzeitige Unruhe durch Aufregung ohne weitere Anzeichen ist meist weniger dringlich, sollte aber im Auge behalten werden. Zum sofortigen Notfall wird die Lage, wenn die Unruhe in heftiges Wälzen übergeht oder wenn sie mit Schwitzen und deutlichen Kolikanzeichen verbunden ist. Rufen Sie dann ohne Verzögerung den Tierarzt. Sichern Sie das Pferd bis dahin vor Verletzungen, entfernen Sie das Futter und halten Sie es bei heftigem Wälzen möglichst ruhig.