Was ist das?
Ein Milbenbefall ist eine Besiedelung der Haut mit Milben, beim Pferd häufig mit Räude- oder Chorioptesmilben. Die winzigen Parasiten leben in und auf der Haut, wo sie sich von Hautzellen ernähren und starke Reizungen auslösen. Besonders betroffen sind die Fesseln von Pferden mit dichtem Behang, etwa Kaltblütern, weil das feuchtwarme Klima unter dem langen Haar den Milben gute Bedingungen bietet. Die Tiere reagieren mit heftigem Juckreiz, stampfen, scheuern sich und beißen sich an den Beinen. Es entstehen Krusten, Schuppen und kahle Stellen. Der Befall kann sich ausbreiten und andere Pferde anstecken. Deshalb sollte er beobachtet und bei Verschlechterung abgeklärt werden.
Typische Anzeichen
Der Befall zeigt sich vor allem an den Beinen:
- starkes Stampfen und Scheuern der Beine
- Krusten und Schuppen an den Fesseln
- Haarausfall im Behang
- Unruhe durch Juckreiz
Mögliche Ursachen
Milben verbreiten sich durch Kontakt:
- enger Kontakt zu befallenen Pferden
- gemeinsam genutzte Ausrüstung
- feuchte Haltungsbedingungen
- langer, dichter Behang
Was Sie tun können
Trennen Sie Putzzeug und Ausrüstung des betroffenen Pferdes und halten Sie die Beine sauber und trocken. Gute Hygiene begrenzt die Ausbreitung.
Milbenbefall beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei leichtem Juckreiz an den Fesseln können Sie das Pferd zunächst beobachten. Sie sollten die Hautveränderung jedoch tierärztlich abklären lassen, wenn der Juckreiz stark wird, sich Krusten, nässende Stellen oder kahle Areale bilden oder das Pferd sich so heftig scheuert, dass es sich selbst verletzt. Auch wenn sich die Veränderungen ausbreiten oder mehrere Pferde im Bestand betroffen sind, ist eine Untersuchung wichtig, um die Ursache genau zu bestimmen. Denn ähnliche Beschwerden können auch andere Auslöser haben. Bei stark behangenen Beinen lohnt sich frühes Handeln, da der Befall dort schwer zu kontrollieren ist. Solange nur geringer Juckreiz ohne Hautschäden besteht, genügt eine aufmerksame Beobachtung mit sorgfältiger Fellpflege der Fesseln.