Was bedeutet das?
Trachtenfußung bezeichnet ein Auffußen, bei dem das Pferd die hintere Hufhälfte, die Trachte, zuerst aufsetzt statt gleichmäßig oder mit der Zehe. Damit entlastet es die schmerzende Zehe und verlagert das Gewicht nach hinten. Diese Schonhaltung deutet auf Schmerzen im vorderen Bereich des Hufs oder der Zehe hin und ist ein typisches Zeichen bei akuter Hufrehe, kann aber auch bei anderen schmerzhaften Huferkrankungen auftreten. Häufig zeigt sich zusätzlich ein klammer, trippelnder Gang, warme Hufe und ein verstärktes Pulsieren der Arterie. Betroffen sind oft beide Vorderbeine, sodass das Pferd sie nach vorne stellt und das Gewicht nach hinten verlagert. Weil eine Hufrehe rasch fortschreitet, ist die genaue Beobachtung von Gang, Hufwärme und Haltung sehr wichtig für die Einschätzung.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf die Fussung und Begleitzeichen:
- Aufsetzen mit der Trachte zuerst
- vorsichtiger, klammer Gang
- warme Hufe
- begleitende Lahmheit
Trachtenfussung beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Trachtenfußung mit warmen Hufen oder verstärkter Pulsation kann auf eine akute Hufrehe hindeuten – ein Notfall: Rufen Sie sofort den Tierarzt, stellen Sie das Pferd auf weichen Untergrund und geben Sie kein Kraftfutter und keinen Weidegang mehr. Bewegen Sie das Pferd bis dahin so wenig wie möglich, denn jeder Schritt kann den Schaden im Huf vergrößern. Zum sofortigen Notfall wird die Lage besonders, wenn die Trachtenfußung mit warmen Hufen verbunden ist oder wenn eine ausgeprägte Schonhaltung beider Vorderbeine besteht, bei der das Pferd das Gewicht deutlich nach hinten verlagert. Schildern Sie dem Tierarzt Gang, Hufwärme und Pulsation so genau wie möglich. Sorgen Sie für eine weiche, tiefe Einstreu und lassen Sie das Pferd bis zum Eintreffen in Ruhe stehen.