Was ist das?
Die Hufrollenentzündung (Podotrochlose) ist eine schmerzhafte Erkrankung im hinteren Bereich des Hufs. Betroffen sind das Strahlbein sowie die eng benachbarten Strukturen wie der zugehörige Schleimbeutel und die tiefe Beugesehne. Durch krankhafte Veränderungen an Knochen, Schleimbeutel und Sehne entsteht ein chronischer Reiz, der zu wiederkehrender oder anhaltender Lahmheit führt. Typischerweise gehen betroffene Pferde vorne klamm, stolpern häufiger und schonen die Trachten, besonders auf hartem oder unebenem Boden. Belastung, Hufform und Beanspruchung spielen bei der Entstehung eine Rolle. Da die Beschwerden schleichend zunehmen und den Verlauf über Jahre bestimmen können, zählt die Hufrollenentzündung zu den bedeutenden chronischen Lahmheitsursachen beim Pferd und beeinflusst die Nutzbarkeit oft nachhaltig.
Typische Anzeichen
Die Erkrankung zeigt sich an der Bewegung:
- klammer, vorsichtiger Gang
- häufiges Stolpern
- Entlastung der Zehe (Trachtenfussung)
- Lahmheit, die auf hartem Boden zunimmt
Mögliche Ursachen
Mehrere Faktoren spielen zusammen:
- ungünstige Hufform und Stellung
- Überlastung der hinteren Hufstrukturen
- harter Boden und intensive Arbeit
- erbliche Veranlagung
Was Sie tun können
Sorgen Sie für korrekte, regelmäßige Hufbearbeitung und schonende Böden. Ein angepasstes Bewegungsmanagement entlastet den hinteren Hufbereich.
Hufrollenentzündung beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Die Hufrollenentzündung ist als dringend einzustufen, weshalb Sie eine zunehmende oder wiederkehrende Lahmheit nicht auf die lange Bank schieben sollten. Wenn Ihr Pferd vorne klamm läuft, häufig stolpert, kürzer tritt oder auf hartem Boden deutlich lahmt, sollten Sie die Hufrolle tierärztlich untersuchen lassen, um die Ursache einzugrenzen. Auch ein Pferd, das die Trachten schont oder nach Ruhephasen erst warmläuft, sollte vorgestellt werden. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn plötzlich eine hochgradige Lahmheit ohne Belastung auftritt, wenn sich das Pferd hinlegt und nicht mehr aufsteht oder wenn es vor Schmerz stark schwitzt und unruhig ist; dann rufen Sie umgehend den Tierarzt. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser lässt sich der Verlauf beeinflussen.