Was bedeutet das?
Rotes Sekret an Augen und Nase bedeutet, dass sich bei einem Nagetier rötlich gefärbte Absonderungen um Augen oder Nasenlöcher bilden. Bei Ratten und Mäusen entsteht diese rötliche, oft blutähnliche Substanz, sogenanntes Porphyrin, in einer Drüse am Auge. Sie tritt vermehrt auf, wenn das Tier gestresst oder krank ist, etwa bei Atemwegsinfektionen wie einer Mykoplasmose oder bei einer Bindehautentzündung. Wichtig ist: Das Sekret ist meist kein echtes Blut, sondern ein Warnzeichen dafür, dass es dem Tier nicht gut geht. Bei anderen Nagern kann rötlicher Ausfluss ebenfalls auf Reizungen oder Infektionen hinweisen. Es handelt sich um ein beobachtbares Anzeichen und keine Diagnose; die Ursache muss tierärztlich abgeklärt werden, da dahinter oft eine behandlungsbedürftige Erkrankung steckt.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie darauf, ob das Sekret an Augen, Nase oder beidem auftritt und wie viel sich ansammelt, oft als rötliche Krusten. Beobachten Sie die Atmung: Niest oder rasselt das Tier, atmet es schnell, mit offenem Maul oder mit hörbaren Geräuschen? Notieren Sie, ob die Augen tränen, verklebt oder gerötet sind. Prüfen Sie, ob das Tier weniger frisst, sich zurückzieht, das Fell aufplustert oder abnimmt. Halten Sie fest, ob Haltung oder Umgebung Stress verursachen, etwa Zugluft, Staub oder Enge. Diese Beobachtungen helfen der Praxis, zwischen Stress und Erkrankung zu unterscheiden.
Rotes Sekret an Augen und Nase bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Stellen Sie das Tier zeitnah, möglichst innerhalb von ein bis zwei Tagen, einer nagerkundigen Praxis vor, da rotes Sekret oft eine Atemwegs- oder Augenerkrankung anzeigt, die sich verschlechtern kann. Suchen Sie umgehend Hilfe, wenn das Tier schwer atmet, mit offenem Maul oder pumpenden Flanken atmet, deutlich rasselt, apathisch wird oder das Fressen einstellt, denn Atemwegserkrankungen können bei kleinen Nagern rasch bedrohlich werden. Warten Sie nicht ab, in der Hoffnung, dass sich das Sekret von selbst verliert. Halten Sie das Tier warm, ruhig und staubarm und vermeiden Sie zusätzlichen Stress. Beschreiben Sie der Praxis Atmung, Fressverhalten und Verlauf möglichst genau, damit gezielt behandelt werden kann.