Was ist das?
Eine Bindehautentzündung, fachlich Konjunktivitis, ist eine Entzündung der dünnen Schleimhaut, die das Auge und die Innenseite der Lider auskleidet. Die gereizte Bindehaut rötet sich, schwillt an und sondert vermehrt Sekret ab, sodass das Auge tränt, verklebt oder zugekniffen wird. Bei Nagetieren ist eine Bindehautentzündung selten ein Problem des Auges allein: Häufig ist sie ein Hinweis auf eine Atemwegserkrankung, eine Zahnwurzelproblematik oder eine Reizung durch Staub, scharfe Einstreu oder Zugluft, weil Augen, Nase, Zähne und Atemwege im Kopf eng miteinander verbunden sind. Deshalb sollte man nicht nur das gerötete Auge betrachten, sondern auch nach einer dahinterliegenden Ursache suchen, um das Tier wirksam zu behandeln.
Typische Anzeichen
Eine Bindehautentzündung zeigt sich am Auge:
- Gerötete, geschwollene Bindehaut
- Tränen oder eitriger Augenausfluss
- Zusammengekniffenes oder verklebtes Auge
- Reiben mit der Pfote am Auge
Mögliche Ursachen
Auslöser sind Reize oder Infektionen:
- Staub, reizende Einstreu oder Zugluft
- Bakterielle oder virale Infektionen
- Eine ausstrahlende Zahnwurzelentzündung
- Verletzungen oder Fremdkörper im Auge
Was Sie tun können
Halten Sie das Auge sauber, indem Sie Sekret vorsichtig mit lauwarmem Wasser entfernen, und sorgen Sie für staubarme, zugfreie Haltung. Verwenden Sie keine Augentropfen ohne tierärztliche Anweisung.
Bindehautentzündung bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei eitrigem oder klebrigem Ausfluss, anhaltender Rötung, einem tränenden oder zugekniffenen Auge sollte ein Tierarzt die Ursache abklären, denn hinter einer Bindehautentzündung stecken bei Nagetieren oft Zahn- oder Atemwegsprobleme, die mitbehandelt werden müssen. Je früher die eigentliche Ursache erkannt wird, desto eher lässt sich verhindern, dass sich die Entzündung festsetzt oder auf tiefere Augenschichten übergreift. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn Ihr Tier zusätzlich erschwert atmet oder hörbare Atemgeräusche zeigt, denn dann ist womöglich der Atemtrakt ernsthaft betroffen. Auch Futterverweigerung mit Teilnahmslosigkeit erfordert unverzügliches Handeln. In diesen Fällen warten Sie nicht ab, sondern bringen Ihr Tier ohne Verzögerung in eine Praxis oder Tierklinik.