Was bedeutet das?
Anhaltendes Pressen (Tenesmus) bedeutet, dass Ihr Tier immer wieder angestrengt, aber vergeblich versucht, etwas auszuscheiden. Je nach Ursache betrifft das den Kotabsatz, den Urin oder bei trächtigen Weibchen die Geburt der Jungen. Das erfolglose Pressen ist ein ernstes Warnsignal, denn dahinter steckt meist ein Hindernis oder eine Blockade. Möglich sind eine Verstopfung des Darms, ein Harnstein, der den Harnabfluss versperrt, oder eine Geburtsstörung, bei der ein Junges feststeckt. In allen Fällen staut sich etwas auf, das den Körper belastet und Schmerzen verursacht. Beobachten Sie, ob überhaupt noch Kot oder Urin abgesetzt wird, ob der Bauch gespannt ist und ob das Tier zusätzlich unruhig oder apathisch wirkt, um die Dringlichkeit einzuschätzen.
Worauf Sie achten sollten
Beobachten Sie das Pressen:
- Erfolglose, wiederholte Anstrengung
- Ausbleibender Kot oder Urin
- Gekrümmte, gespannte Haltung
- Schmerzlaute und Unruhe
Pressen bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Anhaltendes, erfolgloses Pressen ist ein Notfall und erfordert sofortige tierärztliche Hilfe – fahren Sie umgehend in die Praxis oder Klinik. Warten Sie nicht ab, denn ein blockierter Harnabfluss, eine Darmverlegung oder eine gestörte Geburt können innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden. Besonders akut ist die Lage, wenn das Tier trotz sichtbarer Anstrengung über längere Zeit gar keinen Urin oder Kot mehr absetzt oder bei einer Geburt kein Junges mehr kommt. Halten Sie Ihr Tier bis zum Eintreffen ruhig und warm und transportieren Sie es vorsichtig. Versuchen Sie nicht, selbst einzugreifen oder etwas einzuflößen. Je schneller die Ursache des Rückstaus behandelt wird, desto besser stehen die Chancen für Ihr Tier.