Was bedeutet das?
Krusten im Ohr bedeuten, dass sich im Gehörgang verhärtete, schorfige Beläge gebildet haben. Bei Kaninchen sind dicke, blättrige Krusten typisch für die Ohrräude, einen Befall mit Ohrmilben, seltener für eine bakterielle Entzündung oder verkrusteten Ausfluss. Solche Veränderungen entstehen nicht plötzlich, sondern entwickeln sich meist über einige Zeit, weshalb das betroffene Ohr genau beobachtet werden sollte. Die Sache ist bedeutsam und in der Regel schmerzhaft, weil die Krusten den Gehörgang verkleben, das Tier stark jucken und die Entzündung bis ins Mittelohr reichen kann. Achten Sie darauf, ob ein oder beide Ohren betroffen sind, ob ein übler Geruch oder Ausfluss auftritt und ob der Kopf schief gehalten wird.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf das Aussehen und Begleitzeichen:
- Wie dick und ausgedehnt sind die Krusten
- Riecht das Ohr unangenehm
- Schüttelt das Tier den Kopf oder kratzt es
- Ist das Ohr berührungsempfindlich
- Hält es den Kopf schief
Krusten im Ohr beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Krusten im Ohr sollten tierärztlich behandelt werden; versuchen Sie nicht, sie selbst zu entfernen, da dies sehr schmerzhaft ist und die darunterliegende Haut verletzen kann. Auch wenn Ihr Kaninchen sonst frisst und aktiv wirkt, ist ein zeitnaher Termin wichtig, weil eine Ohrräude ohne Behandlung fortschreitet und sich auf das andere Ohr sowie den Kopf ausbreiten kann. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn zu den dicken Krusten deutliche Schmerzen und eine Kopfschiefhaltung hinzukommen oder wenn ein übel riechender Ausfluss aus dem Ohr austritt. Diese Zeichen sprechen für eine tiefe, das Innenohr betreffende Entzündung, weshalb Sie dann nicht abwarten, sondern rasch tierärztliche Hilfe suchen sollten, um bleibende Schäden zu vermeiden.