Was ist das?
Eine Ohrrandnekrose beim Kaninchen bedeutet, dass Gewebe an den Rändern der Ohren abstirbt; das Absterben von Gewebe wird fachsprachlich als Nekrose bezeichnet. Sie entsteht meist durch eine gestörte Durchblutung der dünnen, gefäßreichen Ohrränder, etwa infolge von Kälte, Erfrierungen, Entzündungen, Gefäßschäden oder Durchblutungsstörungen bei anderen Erkrankungen. Ist die Blutversorgung dauerhaft unterbrochen, wird das betroffene Gewebe nicht mehr ausreichend versorgt und stirbt ab. Das ist bedeutsam, weil sich das abgestorbene Gewebe schwarz verfärbt, verhärtet oder mit Schorf bedeckt, sich entzünden und im weiteren Verlauf sogar abfallen kann. Zudem kann eine Ohrrandnekrose ein Hinweis auf eine ernstere Grunderkrankung sein, die die Durchblutung stört, weshalb die Ursache abgeklärt werden sollte.
Typische Anzeichen
Eine Ohrrandnekrose zeigt sich an den Ohrrändern:
- Dunkle, bräunliche bis schwärzliche Verfärbung der Ohrränder
- Krusten und Schorf an den Rändern
- Eingerollte oder eingerissene Ohrränder
- Schmerz oder Empfindlichkeit
- Manchmal Abfallen von Gewebeteilen
Mögliche Ursachen
Die Durchblutung der Ohren wird durch verschiedene Faktoren gestört:
- Erfrierungen bei Kälte
- Entzündungen und Infektionen
- Gefäßschäden, etwa bei bestimmten Erkrankungen
- Verletzungen der Ohrränder
Was Sie tun können
Schützen Sie das Tier vor Kälte und Zugluft und halten Sie die Ohren sauber. Reiben oder massieren Sie geschädigte Ohrränder nicht.
Ohrrandnekrose beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Dunkle Verfärbungen, harte oder schorfige Stellen, Krusten oder Wunden an den Ohrrändern sollten tierärztlich abgeklärt werden, da eine Nekrose auf eine behandlungsbedürftige Grunderkrankung oder eine Durchblutungsstörung hinweisen kann. Warten Sie nicht ab, ob sich die Veränderung von selbst zurückbildet, sondern lassen Sie die Ursache zeitnah untersuchen. Als sofortiger Notfall gelten absterbendes Ohrgewebe mit offenen, blutenden Stellen sowie Fieber, Teilnahmslosigkeit oder Futterverweigerung. In diesen Fällen ist umgehend tierärztliche Hilfe nötig. Achten Sie im Winter auf einen zugfreien, ausreichend warmen Rückzugsort, da Kälte die Durchblutung der Ohrränder verschlechtern kann. Weil hinter einer Ohrrandnekrose oft eine tiefer liegende Erkrankung steckt, ist eine gründliche Abklärung wichtig, statt nur die sichtbare Veränderung an den Ohren zu betrachten.