Was ist das?
Ein Ohrmilbenbefall bedeutet, dass sich Milben im Gehörgang des Kaninchens ansiedeln und dort die empfindliche Haut reizen. Die Milben ernähren sich an der Hautoberfläche des Ohrkanals und lösen dadurch Juckreiz, Beläge und Entzündungen aus. Übertragen werden sie in der Regel durch engen Kontakt mit befallenen Artgenossen. Für das Kaninchen ist das unangenehm und schmerzhaft, weil es zu Kratzen und Kopfschütteln getrieben wird. Bleibt der Befall unbehandelt, kann er sich zu einer schweren Ohrräude mit dicken Krusten und weiter zu einer Mittelohrentzündung ausweiten. Deshalb sollten schon erste Anzeichen im Ohr ernst genommen werden, bevor sich die Entzündung vertieft.
Typische Anzeichen
Ein Ohrmilbenbefall macht sich am Verhalten und am Ohr bemerkbar:
- Häufiges Kopfschütteln und Kratzen an den Ohren
- Bräunliche, kaffeesatzartige Beläge, Krümel oder Bröckchen im Gehörgang
- Gerötete, gereizte Ohrhaut
- Empfindlichkeit beim Berühren der Ohren
Mögliche Ursachen
Die Milben werden über Kontakt und Umgebung übertragen:
- Kontakt zu befallenen Artgenossen
- Übertragung über Einstreu, Heu und Gegenstände
- Geschwächte Abwehr und schlechte Haltung
Was Sie tun können
Reinigen Sie das Ohr nicht eigenmächtig mit Wattestäbchen, da Sie damit Schmutz tiefer schieben und die Haut verletzen können. Halten Sie die Umgebung sauber und beobachten Sie beide Ohren.
Ohrmilbenbefall beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei Belägen im Ohr, ständigem Kopfschütteln oder Kratzen an den Ohren sollten Sie tierärztlichen Rat suchen, damit die Milben gezielt behandelt werden, bevor sich eine Ohrräude entwickelt. Je früher der Befall erkannt wird, desto leichter lässt sich eine Vertiefung der Entzündung verhindern. Zu einem dringlichen Notfall wird die Situation, wenn Ihr Kaninchen eine Kopfschiefhaltung, Taumeln oder einen Gleichgewichtsverlust zeigt, über längere Zeit das Futter verweigert oder sich teilnahmslos zurückzieht. Diese Zeichen sprechen dafür, dass das Mittel- oder Innenohr beteiligt ist. Stellen Sie das Tier dann umgehend vor, um die Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten zu bremsen.