Was bedeutet das?
Vögel können nicht schwitzen und geben überschüssige Wärme vor allem über die Atmung ab. Bei Hitze, nach Anstrengung oder bei Aufregung atmen sie daher schneller, mit leicht geöffnetem Schnabel, und spreizen oft die Flügel ab, um sich abzukühlen. In diesen Situationen ist die offene Schnabelatmung eine normale Reaktion, die nach kurzer Ruhe und Abkühlung wieder verschwindet. Tritt sie jedoch ohne erkennbare Hitze, in Ruhe oder dauerhaft auf, kann sie ein Zeichen von Atemnot sein, ausgelöst durch Erkrankungen der Atemwege oder Luftsäcke, eine Herz- oder Kreislaufschwäche, Übergewicht, einen Bauchprozess, der auf die Luftsäcke drückt, oder eine Überhitzung. Der Zusammenhang mit der Temperatur ist deshalb entscheidend für die Bewertung.
Worauf Sie achten sollten
Beachten Sie Umgebung und Begleitsymptome:
- offene Schnabelatmung mit abgespreizten Flügeln
- Zusammenhang mit hoher Raumtemperatur
- Schwanzwippen oder Atemgeräusche
- Mattigkeit und Schwäche bei Hitze
- anhaltendes Hecheln ohne Wärmebelastung
Hecheln und offene Schnabelatmung bei Vögeln: Wann muss ich zum Tierarzt?
Tritt die offene Schnabelatmung bei Hitze auf, sorgen Sie sofort für Schatten, Kühlung und frisches Wasser und bringen Sie den Vogel an einen kühleren, ruhigen Ort - ein Hitzschlag mit ausgebreiteten Flügeln und angestrengtem Hecheln ist ein Notfall. Beobachtet man die Atmung mit geöffnetem Schnabel dagegen ohne Hitze, in Ruhe oder dauerhaft, sollte man rasch einen Tierarzt aufsuchen, da eine Atemwegs-, Herz- oder Bauchraumerkrankung dahinterstecken kann. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn der Vogel schwer atmet, dabei wippt, blasse oder blaue Schleimhäute zeigt oder zunehmend schwächer wird. Vermeiden Sie in allen Fällen zusätzlichen Stress, denn Aufregung verschlimmert die Atemnot. Bei anhaltender oder wiederkehrender offener Schnabelatmung ist eine Abklärung der Ursache wichtig.