Was bedeutet das?
Blaue Schleimhäute, fachsprachlich Zyanose genannt, bedeuten, dass die Schleimhäute an Maul, Zahnfleisch und Lidern bläulich verfärbt sind. Das ist ein hochkritisches Zeichen, weil es anzeigt, dass das Blut zu wenig Sauerstoff enthält. Ursache ist meist ein schweres Atem- oder Herzproblem, bei dem der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Anders als eine leichte Blässe entsteht eine deutliche Blaufärbung erst bei einem erheblichen Sauerstoffmangel und ist daher immer als lebensbedrohlich einzustufen. Betroffene Tiere atmen oft schwer, mit offenem Maul, und wirken geschwächt. Die Beobachtung ist wichtig, weil hier jede Minute zählt: Erkennen Sie die bläuliche Verfärbung frühzeitig, kann eine sofortige Behandlung die Überlebenschancen Ihres Kaninchens deutlich verbessern.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf Atmung und Allgemeinbefinden:
- Wie deutlich ist die bläuliche Verfärbung
- Atmet das Tier angestrengt oder mit offenem Maul
- Wirkt es schwach oder apathisch
- Ist die Verfärbung plötzlich aufgetreten
- Gibt es weitere Zeichen wie Husten
Blaue Schleimhäute beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Blaue Schleimhäute sind ein lebensbedrohlicher Notfall und erfordern sofortige tierärztliche Hilfe; transportieren Sie das Tier ruhig und schonend und vermeiden Sie jeden zusätzlichen Stress. Warten Sie keinesfalls ab, ob sich die Verfärbung von selbst bessert, denn ein solcher Sauerstoffmangel kann innerhalb kurzer Zeit tödlich verlaufen. Ein sofortiger Notfall liegt insbesondere vor, wenn die bläulichen Schleimhäute mit Atemnot einhergehen oder wenn das Tier mit offenem Maul atmet und dabei schwach wirkt. Setzen Sie Ihr Kaninchen keiner Hitze aus, drücken Sie nicht auf den Brustkorb und rufen Sie am besten vorab in der Praxis oder Klinik an, damit dort alles vorbereitet ist. Jede Verzögerung verschlechtert in diesem Zustand die Aussichten erheblich.