Was ist das?
Eine Lungenentzündung, fachsprachlich Pneumonie genannt, ist eine Entzündung des Lungengewebes beim Kaninchen. Bei einer solchen Entzündung schwellen die feinen Lungenabschnitte an und füllen sich mit Schleim, sodass sie nicht mehr genügend Sauerstoff ins Blut aufnehmen können. Häufig entsteht sie als Folge einer Atemwegsinfektion, etwa im Rahmen eines hartnäckigen Schnupfens. Für das Tier ist das lebensbedrohlich, weil der gesamte Organismus mit Sauerstoff unterversorgt wird und das Kaninchen sichtbar schlecht Luft bekommt. Betroffene Tiere atmen angestrengt, sitzen mit gestrecktem Hals da und wirken zunehmend geschwächt. Ohne rasche Behandlung verschlechtert sich der Zustand meist schnell.
Typische Anzeichen
Eine Lungenentzündung beeinträchtigt vor allem die Atmung:
- Schnelle, angestrengte oder hörbare Atmung
- Atmung mit gestrecktem Hals und offenem Maul
- Blasse oder bläuliche Schleimhäute
- Fieber, Mattigkeit und Fressunlust
- Häufiges Niesen oder Husten
Mögliche Ursachen
Eine Pneumonie entsteht meist aus einer vorausgehenden Infektion:
- Verschleppter Kaninchenschnupfen oder Pasteurellose
- Eingeatmete Keime oder Futterpartikel
- Zugige, feuchte und kalte Haltung
- Geschwächte Abwehr durch andere Erkrankungen
Was Sie tun können
Bringen Sie das Kaninchen an einen ruhigen, warmen und gut belüfteten Ort und vermeiden Sie jede zusätzliche Belastung. Üben Sie keinen Druck auf den Brustkorb aus und transportieren Sie das Tier möglichst schonend.
Lungenentzündung beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine Lungenentzündung ist immer ein Notfall und erfordert sofortige tierärztliche Hilfe. Achten Sie besonders auf Atemnot, schnelle oder angestrengte Atmung, bläuliche Schleimhäute sowie ein offenes Atmen mit dem Maul, denn all das zeigt einen akuten Sauerstoffmangel an. Auch wenn Ihr Kaninchen in eine ruhige, geduckte Haltung verfällt, das Fressen einstellt und teilnahmslos wird, dürfen Sie nicht abwarten. Da Kaninchen als Fluchttiere Beschwerden lange verbergen, ist der Zustand bei sichtbarer Atemnot oft schon fortgeschritten. Bringen Sie das Tier deshalb umgehend und möglichst stressarm in eine Praxis, um die Sauerstoffversorgung zu sichern.