Was ist das?
Ein Zwerchfellbruch beim Kaninchen, fachsprachlich Zwerchfellhernie genannt, ist ein Riss in der Muskel-Sehnen-Platte, die den Brust- und den Bauchraum voneinander trennt. Das Zwerchfell spielt eine zentrale Rolle bei der Atmung und hält gleichzeitig die Bauchorgane an ihrem Platz. Reißt es ein, etwa durch einen Unfall, einen Sturz oder eine stumpfe Gewalteinwirkung, können Bauchorgane durch die Lücke in den Brustraum rutschen. Das ist lebensbedrohlich, weil die verlagerten Organe die Lunge einengen und zusammendrücken, sodass sich diese nicht mehr richtig entfalten kann. Dadurch bekommt das Tier schwere Atemnot, und die Sauerstoffversorgung ist gefährdet. Ein Zwerchfellbruch ist deshalb stets ein akuter Notfall, der ohne rasche Hilfe zum Tod des Kaninchens führen kann.
Typische Anzeichen
Ein Zwerchfellbruch zeigt sich vor allem an der Atmung:
- Erschwerte, angestrengte Atmung
- Atmung mit gestrecktem Hals
- Schwäche und Leistungsabfall
- Blasse, bläuliche oder graue Schleimhäute
- Manchmal ein eingefallen wirkender Bauch
Mögliche Ursachen
Ein Zwerchfellbruch entsteht meist durch ein Trauma:
- Stürze oder Quetschungen
- Unfälle mit heftiger Krafteinwirkung auf den Bauch
- Selten angeborene Schwachstellen im Zwerchfell
Was Sie tun können
Halten Sie das Tier absolut ruhig und vermeiden Sie jede Anstrengung und Aufregung. Transportieren Sie es schonend in einer ruhigen, gut belüfteten Box.
Zwerchfellbruch beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Atemnot nach einem Unfall, Sturz oder Quetschtrauma ist ein Notfall und erfordert sofortige tierärztliche Hilfe, denn ein Zwerchfellbruch bedroht durch die eingeengte Lunge unmittelbar das Leben des Tieres. Achten Sie auf schnelle, angestrengte Atmung, eine gestreckte Körperhaltung, Atmen mit offenem Maul oder eine bläuliche Verfärbung der Schleimhäute. Warten Sie in einer solchen Situation keinesfalls ab, sondern bringen Sie Ihr Kaninchen umgehend in die Tierarztpraxis. Transportieren Sie das Tier dabei möglichst ruhig, erschütterungsarm und in einer Position, die ihm die Atmung erleichtert, ohne es zusätzlich zu bedrängen. Da schon jede Aufregung die ohnehin bedrohte Atmung weiter verschlechtern kann, gilt hier immer der Grundsatz, sofort zu handeln und nicht zu beobachten, ob sich die Atemnot von selbst legt.