Was bedeutet das?
Aufgekratzte Hautstellen bedeuten, dass ein starker Juckreiz das Tier immer wieder zum heftigen Kratzen treibt, bis die Haut aufreißt und blutet. Die Ursache des Juckreizes liegt fast nie in der Wunde selbst, sondern in einem darunterliegenden Problem wie Milben, Flöhen, Hautpilz, einer Allergie oder trockener, gereizter Haut. Die offenen Stellen sind eine Eintrittspforte für Bakterien, sodass sie sich leicht entzünden und infizieren können. Ein Teufelskreis aus Jucken, Kratzen und weiterer Reizung hält das Geschehen in Gang. Bei Nagetieren finden sich solche Stellen oft im Nacken, hinter den Ohren oder an den Flanken. Ihre Beobachtung, wie stark und an welchen Stellen das Tier kratzt, hilft, die Ursache einzugrenzen.
Worauf Sie achten sollten
Untersuchen Sie die Kratzstellen:
- Offene, blutige oder verkrustete Wunden
- Lage, oft an Kopf, Hals oder Schultern
- Begleitende Schuppen oder Parasiten
- Anhaltendes Kratzen
Aufgekratzte Hautstellen bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei offenen, blutigen oder bereits entzündeten Kratzwunden sollten Sie zeitnah zum Tierarzt, damit sowohl die Wunden versorgt als auch die Ursache des Juckreizes gefunden und behandelt wird. Auch wenn das Kratzen über mehrere Tage anhält oder sich verschlimmert, sollten Sie nicht länger abwarten, da sich die Haut sonst weiter schädigt. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn großflächige, deutlich infizierte Wunden entstanden sind, die nässen, eitern oder das Tier sichtlich schwächen – dann ist rasche Hilfe nötig. Verhindern Sie bis zum Termin, dass sich das Tier weiter aufkratzt, halten Sie die Umgebung sauber und verzichten Sie auf eigene Salben oder Hausmittel. Notieren Sie, seit wann der Juckreiz besteht, damit die Ursache leichter einzugrenzen ist.