VetGuru

Scheinträchtigkeit beim Kaninchen: Anzeichen und was Sie beobachten sollten

auch: Pseudogravidität · Scheinschwangerschaft

Kaninchen★ Tiermedizinisch aufbereitetStand: 2026-07-23
Erstellt von der VetGuru-Redaktion · unter Mitwirkung einer KI erstellt, tiermedizinisch aufbereitet und redaktionell geprüft
Beobachten
Zustand im Blick behalten, bei Verschlechterung zum Tierarzt.

Was ist das?

Eine Scheinträchtigkeit beim Kaninchen, fachsprachlich Pseudogravidität genannt, ist ein hormonell ausgelöster Zustand, in dem sich eine nicht trächtige Häsin so verhält und körperlich verändert, als würde sie tatsächlich Nachwuchs erwarten. Auslöser ist ein Eisprung, dem keine Befruchtung und damit keine echte Trächtigkeit folgt, etwa nach dem Bespringen durch ein anderes Tier oder durch hormonelle Schwankungen. Die betroffene Häsin baut daraufhin ein Nest, rupft sich Fell aus dem Bauch- und Brustbereich und kann zeitweise gereizt oder verteidigend reagieren. Das ist meist harmlos und klingt von selbst wieder ab. Bedeutsam ist es dennoch, weil wiederholte Scheinträchtigkeiten den Hormonhaushalt belasten und langfristig Gebärmuttererkrankungen begünstigen können.

Typische Anzeichen

Eine Scheinträchtigkeit zeigt sich am Verhalten:

  • Nestbauverhalten mit Zusammentragen von Material
  • Ausrupfen von Bauch- und Brustfell
  • Vermehrte Reizbarkeit oder Aggression
  • Geschwollene Zitzen, manchmal mit Milchbildung
  • Vorübergehend verringerter Appetit

Mögliche Ursachen

Auslöser ist eine hormonelle Schwankung:

  • Eisprung ohne Befruchtung, etwa nach Bespringen durch Artgenossen
  • Hormonelle Schwankungen bei nicht kastrierten Häsinnen
  • Soziale Reize in der Gruppe

Was Sie tun können

Lassen Sie das Tier in Ruhe sein Nestbauverhalten ausleben und sorgen Sie für eine entspannte Umgebung. Beobachten Sie, ob sich der Zustand nach einigen Tagen von selbst legt.

Scheinträchtigkeit beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?

Tritt die Scheinträchtigkeit nur gelegentlich auf und klingt sie nach wenigen Tagen von selbst ab, reicht in der Regel aufmerksames Beobachten. Kommt sie jedoch häufig vor oder hält sie ungewöhnlich lange an, sollten Sie sich tierärztlich beraten lassen, da wiederholte Verläufe Gebärmuttererkrankungen begünstigen können. Achten Sie darauf, ob Ihre Häsin normal frisst, trinkt und Kot absetzt, denn die Scheinträchtigkeit selbst sollte das Allgemeinbefinden nicht beeinträchtigen. Verweigert das Tier hingegen das Futter, wirkt es teilnahmslos oder zeigt es Veränderungen am Gesäuge, sollten Sie zeitnah tierärztlichen Rat einholen, da dann eine andere Erkrankung dahinterstecken kann. Auch die Frage einer Kastration lässt sich in diesem Zusammenhang gut mit der Tierarztpraxis besprechen.

Teilen:WhatsAppFacebookX E-Mail

Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keinen Tierarztbesuch. Keine Diagnose oder Behandlung. Im Notfall sofort eine Praxis oder Tierklinik aufsuchen.