Was ist das?
Eine Zehennekrose (Schnürfaden-Syndrom) bezeichnet das Absterben einer oder mehrerer Zehen bei Vögeln durch Abschnürung. Wickeln sich feine Fäden, Haare oder Nistmaterial um eine Zehe oder sitzt ein Fußring zu eng, wird die Blutversorgung unterbrochen, sodass das Gewebe hinter der Einschnürung nicht mehr durchblutet wird und allmählich abstirbt. Die betroffene Zehe schwillt zunächst an, verfärbt sich dunkel und wird kalt. Besonders gefährdet sind Jungvögel im Nest sowie Vögel mit langem Nistmaterial in der Voliere. Da eine abgestorbene Zehe leicht zur Eintrittspforte für Infektionen wird und dauerhaft verloren geht, ist ein rasches Erkennen der Abschnürung entscheidend für den Erhalt des Fußes.
Typische Anzeichen
Erkrankte Vögel fallen häufig durch folgende Anzeichen auf:
- Dunkle, verfärbte Zehe
- Schwellung oberhalb der Abschnürung
- Schonhaltung
- Schmerz
Mögliche Ursachen
Mehrere Faktoren können eine Rolle spielen:
- Fäden und Haare am Bein
- Zu enge oder verrutschte Ringe
- Verletzungen
Was Sie tun können
Entfernen Sie einschnürende Fäden vorsichtig, wenn möglich; vermeiden Sie Fasermaterial im Käfig. Beobachten Sie den Vogel dabei aufmerksam.
Zehennekrose (Schnürfaden-Syndrom) bei Vögeln: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine dunkel verfärbte, geschwollene Zehe oder eine sichtbare Einschnürung durch Faden oder Ring sollten Sie umgehend einem vogelkundigen Tierarzt vorstellen, da jede Stunde ohne Durchblutung das Gewebe weiter schädigt. Schon bei Verdacht auf eine Abschnürung ist Eile geboten, denn früh erkannt lässt sich die Zehe oft noch retten. Zu einem sofortigen Notfall wird die Erkrankung, wenn die Zehe bereits schwarz verfärbt, kalt oder abgestorben ist, wenn es an der Abschnürstelle stark blutet oder der Vogel infolge einer Infektion apathisch und aufgeplustert dasitzt. In diesen Fällen ist unverzüglich tierärztliche Hilfe erforderlich, notfalls über einen Notdienst. Versuchen Sie nicht, festsitzende Fäden selbst gewaltsam zu entfernen.