Was ist das?
Eine Augenentzündung (Konjunktivitis) bei Vögeln ist eine Entzündung der Bindehaut und der Augenumgebung mit Rötung, Tränen und Verklebung. Die empfindliche Bindehaut reagiert auf Reize, Krankheitserreger oder Fremdkörper mit Schwellung und vermehrtem Sekret, sodass das Auge gerötet, tränend oder verklebt erscheint. Ursachen können Infektionen, Staub, Zugluft, Verletzungen oder auch Erkrankungen der Atemwege und Nebenhöhlen sein, die auf das Auge übergreifen. Betroffene Vögel kneifen das Auge zusammen, reiben es am Gefieder oder an der Sitzstange. Häufig ist eine Augenentzündung ein Hinweis auf eine dahinterstehende Allgemein- oder Atemwegserkrankung. Da unbehandelte Entzündungen fortschreiten und das Auge schädigen können, sollte das Symptom aufmerksam beobachtet werden.
Typische Anzeichen
Erkrankte Vögel fallen häufig durch folgende Anzeichen auf:
- Verklebte oder tränende Augen
- Geschwollene Lider
- Lichtscheu
- Reiben des Kopfes
Mögliche Ursachen
Mehrere Faktoren können eine Rolle spielen:
- Infektionen und Vitamin-A-Mangel
- Zugluft und Staub
- Fremdkörper und Verletzungen
Was Sie tun können
Vermeiden Sie Zugluft und Staub; reinigen Sie verklebte Augen vorsichtig mit lauwarmem Wasser. Beobachten Sie den Vogel dabei aufmerksam.
Augenentzündung (Konjunktivitis) bei Vögeln: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei anhaltender Rötung, Schwellung, Tränen oder Ausfluss aus dem Auge sollte ein vogelkundiger Tierarzt aufgesucht werden, da oft eine Grunderkrankung dahintersteckt. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn der Vogel aufgeplustert mit dauerhaft geschlossenen Augen sitzt, zusätzlich Atemnot oder Nasenausfluss zeigt oder das Futter verweigert und teilnahmslos wirkt - dann ist umgehende Hilfe nötig. Warten Sie bei solchen Allgemeinsymptomen nicht ab, da sie auf eine ernstere Erkrankung hinweisen. Auch eine einseitige, hartnäckige Augenentzündung ohne weitere Zeichen sollte zeitnah abgeklärt werden, um bleibende Schäden zu vermeiden. Vermeiden Sie eigenmächtige Behandlungsversuche am empfindlichen Auge und beschreiben Sie in der Praxis den Verlauf sowie mögliche Begleitsymptome der Atemwege.