Was ist das?
Der Vitamin-A-Mangel, medizinisch Hypovitaminose A genannt, entsteht bei Reptilien, wenn dem Tier über das Futter dauerhaft zu wenig Vitamin A zugeführt wird. Vitamin A wird gebraucht, um Schleimhäute und Hautzellen gesund und funktionsfähig zu halten. Fehlt es über längere Zeit, verhornen die Schleimhäute, besonders im Bereich der Augen und der Tränendrüsen. In der Folge schwellen die Augen an, verkleben und entzünden sich, und auch andere Schleimhäute können betroffen sein. Besonders häufig erkranken Wasser- und Sumpfschildkröten, die einseitig und ohne ausreichende Vitaminquellen gefüttert werden. Ihre Bedeutung liegt darin, dass der Mangel meist auf Fütterungsfehler zurückgeht und die Augenschäden fortschreiten können, weshalb eine fachgerechte, vorsichtig dosierte Behandlung wichtig ist.
Typische Anzeichen
Anzeichen eines Vitamin-A-Mangels sind:
- geschwollene, verklebte oder geschlossene Augen
- vermehrte Häutungsprobleme und raue Haut
- Anfälligkeit für Atemwegsinfekte
- Appetitlosigkeit und Schwäche
- Schwellungen im Ohrbereich bei Schildkröten
Mögliche Ursachen
Ursache ist meist die Fütterung:
- einseitige Ernährung ohne Vitamin-A-reiche Futtermittel
- zu viel mageres Muskelfleisch ohne Innereien oder Pflanzenkost
- Fütterungsfehler bei Wasserschildkröten
- allgemeiner Nährstoffmangel
Was Sie tun können
Überprüfen und ergänzen Sie den Speiseplan mit Vitamin-A-reichen Futtermitteln passend zur Art, etwa farbintensivem Gemüse bei Pflanzenfressern. Eine ausgewogene Ernährung beugt einem erneuten Mangel vor.
Vitamin-A-Mangel (Hypovitaminose A) bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Da der Vitamin-A-Mangel als dringend einzustufen ist, sollten Sie bei geschwollenen, verklebten oder entzündeten Augen einen reptilienkundigen Tierarzt aufsuchen. Vitamin A muss vorsichtig dosiert ergänzt werden, da eine falsche Behandlung selbst schaden kann, weshalb Sie nicht eigenmächtig hoch dosieren sollten. Auch nachlassender Appetit, veränderte Schleimhäute oder eine allgemeine Schwäche sind Gründe, die Fütterung überprüfen und den Mangel abklären zu lassen. Je früher gegengesteuert wird, desto besser lassen sich die Augenschäden begrenzen. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn zusätzlich eine deutliche Atemnot oder Maulatmung auftritt oder wenn das Tier das Futter verweigert und ausgeprägt schwach wirkt. Diese Zeichen deuten auf einen schweren Verlauf hin und erfordern umgehend tierärztliche Hilfe.