Was ist das?
Kaninchen besitzen beidseits neben dem After kleine Duftdrüsen, die ein talgiges, streng riechendes Sekret zur Reviermarkierung bilden. Ein Analdrüsenproblem bedeutet, dass sich dieses Sekret in den Drüsentaschen staut oder dass sich die Drüsen und die umgebende Haut entzünden. Ursachen können mangelnde Bewegung, Übergewicht, Durchfall oder eine unzureichende Selbstreinigung sein, wenn ein Tier die Region nicht mehr erreicht. Das ist meist harmlos, aber bedeutsam, weil sich das eingedickte Sekret zu übel riechenden Krusten verhärtet, die empfindliche Haut reizt und juckt. Im ungünstigen Fall kann sich aus dem gestauten Sekret eine Entzündung oder sogar ein Abszess entwickeln. Eine regelmäßige Kontrolle der Analregion hilft, solche Probleme früh zu bemerken und rechtzeitig zu behandeln.
Typische Anzeichen
Ein Analdrüsenproblem zeigt sich am Hinterteil:
- Bräunliche, verkrustete Ablagerungen in den Hautfalten neben dem After
- Unangenehmer Geruch aus der Genitalregion
- Gerötete, gereizte Haut
- Vermehrtes Putzen oder Unruhe
- Manchmal eine kleine Schwellung
Mögliche Ursachen
Die Drüsen stauen sich aus verschiedenen Gründen:
- Eingedicktes Sekret durch mangelnde Selbstpflege
- Übergewicht, das das Erreichen der Region erschwert
- Bewegungsmangel
- Hautentzündungen in der Genitalregion
Was Sie tun können
Kontrollieren Sie die Hautfalten neben dem After regelmäßig und halten Sie die Region sauber. Fördern Sie Bewegung und ein gesundes Gewicht, damit das Tier sich gut putzen kann.
Analdrüsenproblem beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei starker Verkrustung, deutlicher Rötung, Schwellung, Nässen oder auffälligem Geruch in der Analregion sollten Sie tierärztlichen Rat suchen, da sich aus einem einfachen Drüsenstau eine schmerzhafte Entzündung oder ein Abszess entwickeln kann. Eine leichte, geruchlose Ansammlung von Sekret bei ansonsten munterem, normal fressendem Tier lässt sich zunächst aufmerksam beobachten und im Rahmen der Pflege sanft sauber halten. Achten Sie darauf, ob Ihr Kaninchen die Region übermäßig beleckt, empfindlich auf Berührung reagiert oder Verkrustungen aufweist. Verschlechtert sich der Zustand, kommen Schwellung, Wärme, offene Stellen oder ein verändertes Allgemeinbefinden hinzu, ist eine tierärztliche Untersuchung angezeigt. So lässt sich verhindern, dass aus einem meist harmlosen Drüsenproblem eine behandlungsbedürftige Entzündung wird.