Was ist das?
Bei der Hodenverdrehung dreht sich der Hoden um seinen eigenen Stiel, in dem die versorgenden Blutgefäße verlaufen. Durch die Drehung werden diese Gefäße abgeklemmt, sodass die Durchblutung des Hodens unterbrochen wird. Das führt sehr schnell zu heftigen Schmerzen, und das nicht mehr ausreichend versorgte Gewebe kann geschädigt werden. Besonders gefährdet sind Hoden, die nicht regulär in den Hodensack abgestiegen sind, sondern im Bauchraum oder Leistenkanal liegen. Eine Hodenverdrehung tritt oft plötzlich auf und macht sich durch starke Schmerzen und ein gestörtes Allgemeinbefinden bemerkbar. Der betroffene Hoden ist meist hart geschwollen und äußerst berührungsempfindlich, sodass die Rüden jede Berührung meiden. Weil die unterbrochene Durchblutung das Gewebe rasch schädigt, handelt es sich um einen schmerzhaften Notfall, der ein sofortiges tierärztliches Eingreifen erfordert.
Typische Anzeichen
Die Beschwerden treten meist plötzlich und heftig auf. Achten Sie auf:
- plötzliche, starke Schmerzen im Hoden- oder Bauchbereich
- geschwollener, harter Hoden
- vorsichtiger, klammer Gang oder Bewegungsunlust
- Unruhe, Hecheln und Teilnahmslosigkeit
- mögliches Erbrechen
Mögliche Ursachen
Die Hodenverdrehung entsteht durch eine Drehung des Hodens um seinen Stiel. Begünstigende Faktoren sind:
- ein nicht abgestiegener Hoden im Bauchraum
- ein vergrößerter oder veränderter Hoden
- ruckartige Bewegungen
- anatomische Besonderheiten
Was Sie tun können
Halten Sie Ihren Hund ruhig und vermeiden Sie jede Berührung des schmerzhaften Bereichs. Versuchen Sie nicht, selbst an den Hoden zu manipulieren. Bringen Sie Ihren Hund umgehend in Richtung Tierarztpraxis.
Hodenverdrehung beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine Hodenverdrehung ist ein Notfall, der eine sofortige tierärztliche Behandlung erfordert. Bereits bei plötzlich auftretenden, starken Schmerzen im Bereich des Hodens oder Bauches, verbunden mit einem hart geschwollenen Hoden, sollten Sie keine Zeit verlieren. Weil die Drehung die Durchblutung unterbricht, zählt bei einem solchen Notfall jede Stunde, um das Gewebe zu erhalten. Warten Sie daher nicht ab, ob sich die Beschwerden von selbst bessern, sondern suchen Sie umgehend eine Tierarztpraxis oder Tierklinik auf und kündigen Sie Ihr Kommen möglichst vorher telefonisch an. Auch wenn Ihr Rüde zusätzlich teilnahmslos wirkt, erbricht oder Anzeichen von Kreislaufproblemen zeigt, ist das ein Grund für sofortiges Handeln. Je schneller Ihr Hund versorgt wird, desto besser sind seine Aussichten.