Was bedeutet das?
Juckreiz (Pruritus) ist ein starker Drang, sich zu scheuern, zu beißen oder zu kratzen, dem das Pferd oft ausdauernd nachgibt. Anhaltender Juckreiz führt schnell zu kahlen, gescheuerten und wunden Stellen, weil sich das Tier an Wänden, Bäumen oder Zäunen reibt. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von harmlos bis behandlungsbedürftig: Insekten wie Kriebelmücken beim Sommerekzem, Milben, Haarlinge, Pilze, Allergien oder trockene, gereizte Haut. Häufig verschlimmert das Scheuern die Haut zusätzlich, sodass ein Kreislauf aus Juckreiz und Hautschäden entsteht. Weil sich hinter dem gleichen Verhalten unterschiedliche Auslöser verbergen, ist genaue Beobachtung wichtig. Achten Sie darauf, welche Körperstellen betroffen sind, ob der Juckreiz jahreszeitlich auftritt und ob die Haut gerötet, schuppig oder offen ist.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf Ort und Ausmaß des Scheuerns:
- Scheuern an Mähne und Schweif
- Stampfen und Scheuern der Beine
- kahle, gereizte Stellen
- Unruhe durch den Juckreiz
Juckreiz beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei starkem Juckreiz mit offenen Stellen sollten Sie die Ursache tierärztlich abklären lassen, denn ohne gezielte Behandlung verschlimmern sich Scheuern und Hautschäden meist weiter. Das gilt besonders, wenn der Juckreiz immer wiederkehrt, sich ausbreitet oder das Pferd sich Tag und Nacht kaum beruhigen lässt. Auch begleitende Schuppen, Krusten oder haarlose Bereiche sind ein Grund für eine Untersuchung. Zum sofortigen Notfall wird die Lage, wenn durch das Scheuern offene, blutende Wunden mit deutlicher Entzündung entstanden sind, die sich heiß anfühlen oder anschwellen. Solche Wunden können sich rasch infizieren. Rufen Sie dann zeitnah den Tierarzt und verhindern Sie bis dahin weiteres Scheuern an der Stelle, ohne die Wunde selbst mit ungeeigneten Mitteln zu behandeln.