Was ist das?
Ein Abszess ist eine abgekapselte Ansammlung von Eiter im Gewebe. Er entsteht, wenn Bakterien, etwa über eine kleine Verletzung, in das Gewebe eindringen und dort eine Entzündung auslösen. Der Körper versucht, die Infektion einzudämmen, indem er den entzündeten Bereich mit einer bindegewebigen Kapsel umschließt. In diesem abgegrenzten Hohlraum sammelt sich Eiter aus abgestorbenen Zellen, Bakterien und Abwehrzellen an. Dadurch entsteht eine oft schmerzhafte, warme und geschwollene Umfangsvermehrung, die sich prall anfühlen kann. Abszesse können an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten, etwa unter der Haut, in der Muskulatur oder im Huf. Solange der Eiter eingekapselt bleibt, ist ein Abszess meist örtlich begrenzt. Breitet sich die Infektion jedoch aus, kann sie den gesamten Organismus belasten.
Typische Anzeichen
Ein Abszess zeigt sich als Schwellung:
- warme, schmerzhafte Vorwölbung
- prall-elastische bis weiche Konsistenz
- gelegentlich Fieber
- später mögliches Aufbrechen mit Eiterabfluss
Mögliche Ursachen
Abszesse entstehen durch eindringende Keime:
- Stich- und Bisswunden
- Fremdkörper unter der Haut
- Injektionen
- ausgebreitete Entzündungen
Was Sie tun können
Halten Sie die Stelle sauber und beobachten Sie die Schwellung. Warme Umschläge können die Reifung fördern, sollten aber abgestimmt sein.
Abszess beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Einen kleinen, oberflächlichen Abszess können Sie zunächst aufmerksam beobachten, sollten die Stelle jedoch nicht selbst aufstechen oder ausdrücken. Achten Sie darauf, wie sich die Schwellung entwickelt und ob Ihr Pferd ansonsten munter ist und normal frisst. Den Tierarzt sollten Sie hinzuziehen, wenn der Abszess groß oder stark schmerzhaft ist, sich rasch ausbreitet oder wenn Ihr Pferd Fieber bekommt, denn dann kann sich die Infektion über den abgekapselten Bereich hinaus ausbreiten. Auch Abszesse an heiklen Stellen wie im Kopfbereich oder am Huf gehören in tierärztliche Hand. Verschlechtert sich das Allgemeinbefinden Ihres Pferdes deutlich, wirkt es matt und teilnahmslos oder verweigert es das Futter, sollten Sie nicht abwarten, sondern zeitnah tierärztliche Hilfe anfordern.