Was ist das?
Demodexmilben, auch Haarbalgmilben genannt, leben in den Haarbälgen und Talgdrüsen der Haut. In geringer Zahl gehören sie bei manchen Nagetieren zur ganz normalen Hautbesiedlung und verursachen keinerlei Beschwerden. Erst wenn die körpereigene Abwehr geschwächt ist, vermehren sich die Milben übermäßig und lösen eine Demodikose aus. Dabei kommt es zu Haarausfall, schuppiger Haut und Entzündungen, vor allem im Gesicht und am Rücken. Ein solcher Ausbruch ist deshalb oft weniger ein eigenständiges Milbenproblem als ein Warnsignal: Er weist häufig auf eine zugrunde liegende Erkrankung, Stress oder allgemeine Schwächung hin, die das Immunsystem belastet. Aus diesem Grund gehört die Demodikose immer gründlich abgeklärt.
Typische Anzeichen
Eine Demodikose zeigt sich an der Haut:
- Haarausfall, oft am Kopf und an den Beinen
- Schuppige, gerötete oder verdickte Haut
- Wechselhafter Juckreiz
- Bei schwerem Verlauf großflächige kahle Bereiche
Mögliche Ursachen
Ein Ausbruch hängt eng mit der Abwehrlage zusammen:
- Geschwächtes Immunsystem durch Stress oder Krankheit
- Andere schwächende Grunderkrankungen
- Junges oder hohes Alter
- Mangelernährung
Was Sie tun können
Verbessern Sie Haltung und Fütterung, um die Abwehr zu stärken, und reduzieren Sie Stress. Eine Behandlung der Milben sollte tierärztlich erfolgen.
Demodexmilben bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei Haarausfall, der mit schuppigen, geröteten oder entzündeten Hautveränderungen einhergeht, sollte ein Tierarzt die Milben nachweisen und zugleich nach einer zugrunde liegenden Ursache suchen, denn die Demodikose ist meist Ausdruck einer geschwächten Abwehr. Je früher die auslösende Grunderkrankung erkannt wird, desto besser lässt sich das Tier stabilisieren. Zu einem sofortigen Notfall wird der Zustand, wenn die Haut großflächig offen, nässend oder stark entzündet ist, denn dann drohen tiefe Infektionen. Ebenso dürfen Sie nicht abwarten, wenn Ihr Tier teilnahmslos wird und das Fressen verweigert oder wenn es zunehmend schwächer wird und abmagert. In diesen Fällen ist rasche tierärztliche Hilfe nötig, um das Tier zu stützen und schwere Folgeschäden abzuwenden.