Was ist das?
Bei einer Aufgasung, auch Trommelsucht oder Tympanie genannt, sammeln sich große Mengen Gas im Magen oder Darm eines Nagetiers an. Der Bauch dehnt sich dadurch aus und wird prall und hart wie eine Trommel. Ausgelöst wird dies häufig durch eine gestörte Verdauung, falsches oder zu leicht gärendes Futter oder einen bereits verlangsamten Darm. Das ist gefährlich, weil der aufgeblähte Bauch von innen auf das Zwerchfell und die großen Blutgefäße drückt, die Atmung erschwert und den Kreislauf belastet. Bei kleinen Nagetieren mit ihrem empfindlichen Verdauungssystem kann sich daraus innerhalb kurzer Zeit ein lebensbedrohlicher Zustand entwickeln. Die Trommelsucht zählt deshalb zu den akuten Notfällen im Bauchraum.
Typische Anzeichen
Eine Aufgasung erkennt man oft am stark veränderten Bauch:
- Ein deutlich aufgeblähter, harter und gespannter Bauch
- Das Tier sitzt aufgeplustert, ist apathisch
- Schnelle, angestrengte Atmung
- Zähneknirschen vor Schmerz
- Fressunlust und kein Kotabsatz
Mögliche Ursachen
Gas entsteht, wenn die Verdauung aus dem Gleichgewicht gerät:
- Plötzlicher Futterwechsel oder zu viel frisches, feuchtes Grünfutter
- Eine bereits bestehende Magen-Darm-Stase
- Falsche Bakterienvermehrung im Darm
- Verschluckte Haare oder ein Hindernis im Darm
Was Sie tun können
Halten Sie das Tier warm und ruhig und entfernen Sie blähendes Frischfutter. Massieren oder drücken Sie den Bauch nicht und geben Sie keine Hausmittel, da dies die Lage verschlimmern kann.
Aufgasung (Trommelsucht) bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine Aufgasung ist ein Notfall, bei dem Sie nicht abwarten dürfen. Sobald der Bauch Ihres Tieres deutlich aufgebläht, prall oder hart wirkt, sollten Sie umgehend tierärztliche Hilfe suchen, denn der Zustand kann sich sehr schnell verschlechtern. Ein stark aufgeblähter Bauch, der mit angestrengter Atmung, offensichtlichen Schmerzen oder zunehmender Teilnahmslosigkeit einhergeht, ist ein sofortiger Notfall und muss ohne jede Verzögerung behandelt werden. Auch wenn Ihr Tier gleichzeitig das Fressen einstellt, keinen Kot mehr absetzt oder apathisch in der Ecke sitzt, zählt jede Minute. Versuchen Sie nicht, selbst am Bauch zu drücken oder Hausmittel zu geben, sondern bringen Sie das Tier direkt in eine Praxis oder zum tierärztlichen Notdienst.