Was ist das?
Bei einer Obstipation ist die Darmpassage gestört, sodass kein oder kaum noch Kot abgesetzt werden kann. Der Darminhalt staut sich zunehmend an, der Bauch wölbt sich vor und der entstehende Druck belastet den gesamten Körper. Häufig stecken verschluckte Substratteile, eine zu kühle Haltung oder Wassermangel dahinter, weil die Verdauung dann verlangsamt wird und der Kot eindickt. Reptilien steuern ihren Stoffwechsel über die Umgebungstemperatur, sodass bei Kälte die Darmtätigkeit fast zum Erliegen kommen kann. Bleibt der Darm über längere Zeit verschlossen, kann sich die Darmwand schwer schädigen und die Blockade lebensbedrohlich werden. Eine Verstopfung ist deshalb nicht nur unangenehm, sondern ein ernstes Warnzeichen für Haltungsfehler oder einen möglichen Fremdkörper.
Typische Anzeichen
Anzeichen einer Verstopfung sind:
- ausbleibender Kotabsatz über mehrere Tage
- aufgeblähter, fester Bauch
- erfolgloses Pressen
- Appetitlosigkeit und Unruhe
- zunehmende Schwäche
Mögliche Ursachen
Mögliche Ursachen sind:
- verschlucktes Substrat wie Sand oder Kies
- zu niedrige Temperaturen, die die Verdauung bremsen
- Flüssigkeitsmangel
- Bewegungsmangel oder Fremdkörper
Was Sie tun können
Erhöhen Sie die Temperatur in den artgerechten Bereich, da Wärme die Verdauung anregt, und bieten Sie ein lauwarmes Bad an. Geben Sie keine Abführmittel ohne tierärztlichen Rat.
Darmverschluss / Verstopfung (Obstipation) bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Setzt das Tier über mehrere Tage keinen Kot ab, wölbt sich der Bauch vor oder wirkt das Reptil schwach, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen, da ein Fremdkörper oder eine ernste Blockade vorliegen kann. Weil die Obstipation als dringend gilt, sollte diese Abklärung zeitnah erfolgen und nicht lange hinausgezögert werden. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn kein Kot abgesetzt wird und der Bauch hart und stark aufgebläht ist, wenn die Schwäche und Teilnahmslosigkeit zunehmen oder wenn das Tier anhaltend erfolglos presst und dabei das Futter verweigert. In diesen Fällen sollten Sie unverzüglich einen reptilienkundigen Tierarzt aufsuchen. Auch vorbeugend gilt, dass eine frühe Kontrolle von Temperatur, Wasserangebot und Bodengrund helfen kann, einen drohenden Darmverschluss abzuwenden.