Was bedeutet das?
Eine Zahnfleischwucherung ist eine umschriebene Vermehrung von Zahnfleischgewebe, die als Knoten, Wulst oder blumenkohlartige Verdickung am Zahnfleischrand sichtbar wird. Eine häufige, meist gutartige Form ist die Epulis, eine gutartige Zahnfleischgeschwulst, die vom Zahnhalteapparat ausgeht. Wucherungen können aber auch entzündlich bedingt sein oder in selteneren Fällen bösartigen Ursprungs sein. Sie erscheinen fest oder weich, glatt oder unregelmäßig und können bluten, wenn sie an Zähne oder Futter stoßen. Kleine Wucherungen bereiten oft keine Beschwerden, größere können das Kauen behindern, Zähne verdrängen oder sich entzünden. Da sich verschiedene gut- und bösartige Veränderungen äußerlich ähneln, lässt sich die Art einer Wucherung nur durch tierärztliche Untersuchung und meist eine Gewebeprobe sicher bestimmen. Beobachtung von Größe und Aussehen ist daher wichtig.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie darauf, wo genau die Wucherung sitzt, wie groß sie ist und ob sie glatt oder unregelmäßig aussieht. Beobachten Sie über einige Tage, ob sie wächst, sich verfärbt, blutet oder sich entzündet. Prüfen Sie, ob Ihr Hund normal frisst, ob er das Maul empfindlich hält, vermehrt speichelt oder Maulgeruch entwickelt. Auch verdrängte oder gelockerte Zähne und Blut im Napf sind wichtige Hinweise. Notieren Sie, seit wann die Veränderung besteht und ob mehrere Stellen betroffen sind. Vermeiden Sie es, an der Wucherung zu drücken oder zu ziehen.
Zahnfleischwucherung beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine neu entdeckte Zahnfleischwucherung sollte bei nächster Gelegenheit tierärztlich begutachtet werden, auch wenn sie klein ist und keine Beschwerden macht. So lässt sich klären, ob es sich um eine harmlose oder eine behandlungsbedürftige Veränderung handelt. Vereinbaren Sie einen zeitnahen Termin, wenn die Wucherung wächst, blutet, sich entzündet, das Fressen erschwert oder Zähne lockert. Rascher sollten Sie handeln, wenn Ihr Hund die Nahrungsaufnahme verweigert, stark aus dem Maul blutet oder das Gesicht anschwillt. Da sich gutartige und bösartige Wucherungen äußerlich nicht sicher unterscheiden lassen, ist eine frühzeitige Abklärung sinnvoll, um die passende Behandlung nicht zu verzögern.