Was bedeutet das?
Wickelkauen bezeichnet das Ausspucken von kleinen Heuwickeln aus halb gekautem, zusammengerolltem Futter, das das Pferd nicht richtig zerkleinern oder abschlucken kann. Es ist ein typisches Zeichen dafür, dass das Kauen oder Schlucken gestört ist, meist wegen Zahnproblemen wie scharfen Kanten, Lücken oder schmerzenden Backenzähnen. Das Pferd nimmt das Heu auf, kaut es unvollständig und lässt die gerollten Reste wieder fallen, statt sie zu schlucken. Seltener stecken Beschwerden im Rachen oder der Speiseröhre dahinter. Unbehandelt kann Wickelkauen zu schlechter Futterverwertung, Gewichtsverlust und in der Folge zu Verdauungsproblemen führen. Weil die Ursache fast immer im Maul liegt, ist genaue Beobachtung wichtig. Achten Sie darauf, ob Ihr Pferd einseitig kaut, Futter fallen lässt, langsamer frisst oder ob zusätzlich Maulgeruch oder Speicheln auffällt.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf das Fressverhalten:
- ausgespuckte Heuwickel am Futterplatz
- langsames, einseitiges Kauen
- Futterverlust aus dem Maul
- Gewichtsverlust
Wickelkauen beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei Wickelkauen sollten Sie eine Zahnkontrolle durch den Tierarzt veranlassen, denn dahinter stecken fast immer behandlungsbedürftige Zahnprobleme, die das Kauen erschweren und sich ohne Hilfe verschlimmern. Warten Sie nicht ab, wenn Ihr Pferd zusätzlich an Gewicht verliert, einseitig kaut, langsamer frisst oder Maulgeruch entwickelt. Eine regelmäßige Kontrolle der Zähne beugt solchen Beschwerden vor und erhält die Futterverwertung. Zum sofortigen Notfall wird die Lage, wenn das Wickelkauen mit Futter aus der Nase und starkem Speicheln einhergeht, denn das kann auf eine Schlundverstopfung hinweisen, bei der die Speiseröhre blockiert ist. Rufen Sie dann sofort den Tierarzt und bieten Sie bis zum Eintreffen weder Futter noch größere Wassermengen an. Halten Sie das Pferd ruhig und beobachten Sie seine Atmung.