Was bedeutet das?
Weiche Knochen entstehen, wenn dem Körper Kalzium fehlt und er es aus den eigenen Knochen herauslöst, sodass diese instabil werden. Besonders deutlich wird das am Unterkiefer, der dann gummiartig nachgibt, weshalb man von einem Gummikiefer spricht. Die häufigste Ursache ist die metabolische Knochenerkrankung durch Kalzium- oder UVB-Mangel. Ohne UVB-Licht kann das Tier kein Vitamin D3 bilden, das es zum Einbau von Kalzium in die Knochen braucht. Auch ein falsches Kalzium-Phosphor-Verhältnis im Futter spielt eine Rolle. Weil die Knochen dabei zunehmend weich werden und sich verbiegen oder brechen können, sind weiche Knochen ein deutliches Warnsignal, das auf einen ernsten Haltungs- oder Ernährungsfehler hinweist und rasch angegangen werden muss.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf folgende Hinweise:
- ob der Unterkiefer nachgibt oder verformt ist
- verbogene Beine oder ein weicher Panzer
- Zittern, Muskelzucken oder Krämpfe
- Alter und Abstand der UVB-Lampe
- die Kalziumversorgung im Futter
Weiche Knochen / Gummikiefer bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Weiche Knochen sind ein deutliches Krankheitszeichen und sollten zeitnah von einem reptilienkundigen Tierarzt abgeklärt werden, da meist eine fortschreitende Stoffwechselerkrankung dahintersteckt. Je früher der Kalzium- und UVB-Mangel erkannt und die Haltung angepasst wird, desto besser stehen die Chancen, bleibende Schäden zu vermeiden. Warten Sie mit dem Tierarztbesuch daher nicht ab, auch wenn das Tier ansonsten noch frisst. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn zu den weichen Knochen Krämpfe oder Lähmungen hinzukommen, denn dann ist der Kalziummangel bereits sehr ausgeprägt. Auch bei Verdacht auf einen Knochenbruch durch die weiche, instabile Knochenstruktur ist umgehende tierärztliche Hilfe nötig. Bis dahin sollten Sie das Tier möglichst ruhig halten und vorsichtig handhaben.