Was bedeutet das?
Eine Abschnürung entsteht, wenn alte Hautreste bei einer gestörten Häutung wie ein enger Ring um Zehen oder die Schwanzspitze sitzen bleiben. Der Ring zieht sich beim Antrocknen immer weiter zusammen und klemmt die Blutzufuhr ab. Ohne Blutversorgung schwillt der Bereich dahinter zunächst an, wird kühl und dunkel und das Gewebe stirbt schließlich ab. Im schlimmsten Fall gehen einzelne Zehen oder die Schwanzspitze verloren. Hauptursache ist eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit, die eine vollständige Häutung verhindert. Weil eine Abschnürung unbemerkt zu bleibenden Schäden führen kann, sollten Sie nach jeder Häutung Zehen und Schwanzspitze kontrollieren und darauf achten, ob ein Bereich anschwillt, sich verfärbt oder ein Hautring sichtbar ist.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf folgende Hinweise:
- ringförmige Hautreste an Zehen oder Schwanz
- Schwellung oder dunkle Verfärbung dahinter
- ob die betroffene Stelle noch durchblutet wirkt
- die Luftfeuchtigkeit im Terrarium
- ob sich Häutungsprobleme wiederholen
Abschnürung an Zehen oder Schwanz bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine Abschnürung ist dringlich, da darunter innerhalb kurzer Zeit Gewebe absterben kann. Lösen Sie den Hautring keinesfalls gewaltsam, sondern weichen Sie ihn allenfalls vorsichtig in lauwarmem Wasser auf und lassen Sie ihn im Zweifel tierärztlich entfernen. Kontrollieren Sie nach jeder Häutung Zehen und Schwanzspitze, um eine Abschnürung früh zu bemerken. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn eine Zehen- oder Schwanzspitze bereits dunkel verfärbt und damit abgestorben ist, oder wenn sich hinter der Abschnürung eine deutliche Schwellung gebildet hat. In diesen Fällen sollten Sie nicht abwarten, sondern rasch tierärztliche Hilfe suchen, um weiteres Gewebe zu retten. Überprüfen Sie zugleich die Luftfeuchtigkeit im Terrarium, um erneute Häutungsprobleme zu vermeiden.