Was ist das?
Das Lichtmangel-Syndrom beschreibt eine schleichende Verschlechterung von Gesundheit und Aktivität, wenn Reptilien nicht das richtige Licht erhalten. Diese Tiere sind auf mehr als nur Wärme angewiesen: Sie brauchen UVB-Strahlung, um in der Haut Vitamin D3 zu bilden, sowie ein ausreichend helles, naturnahes Lichtspektrum für ihren Tag-Nacht-Rhythmus und ihre allgemeine Aktivität. Fehlt dieses Licht, ist die Beleuchtung zu schwach, zu kurz eingeschaltet oder überaltert, werden die Tiere träge, fressen schlechter und bilden zu wenig Vitamin D3. In der Folge können ernste Erkrankungen wie eine Knochenerweichung entstehen. Weil die Verschlechterung oft langsam und unauffällig verläuft, wird die Ursache leicht übersehen. Das Lichtmangel-Syndrom ist damit vor allem ein Zeichen für eine falsch eingerichtete Beleuchtung.
Typische Anzeichen
Anzeichen eines Lichtmangels sind:
- Trägheit und Bewegungsunlust
- nachlassender Appetit
- Teilnahmslosigkeit und vermehrtes Verstecken
- verlangsamtes Wachstum bei Jungtieren
- beginnende Knochenerweichung
Mögliche Ursachen
Begünstigend wirken:
- fehlende oder zu schwache UVB-Beleuchtung
- zu geringe allgemeine Helligkeit
- zu kurze Beleuchtungszeiten
- veraltete, schwächer gewordene Lampen
Was Sie tun können
Überprüfen Sie Art, Stärke, Alter und Beleuchtungsdauer Ihrer Lampen und passen Sie sie an die Bedürfnisse der Art an. Erneuern Sie UVB-Lampen regelmäßig, da ihre Wirkung nachlässt.
Lichtmangel-Syndrom (fehlendes Tageslichtspektrum) bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Da sich das Lichtmangel-Syndrom langsam entwickelt, besteht selten eine akute Gefahr, die Haltung sollte aber überprüft werden. Holen Sie tierärztlichen Rat zur Beleuchtung ein, wenn die Tiere trotz Anpassung von Lampe und Beleuchtungsdauer dauerhaft träge und appetitlos bleiben oder wenn sich Anzeichen von Knochenproblemen wie ein weicher Panzer oder unsicheres Laufen zeigen. So lässt sich klären, ob die Lichtversorgung ursächlich ist und ob bereits Folgeerkrankungen bestehen. Ein sofortiger Notfall ist das Syndrom in der Regel nicht. Handeln Sie jedoch rasch, wenn ein Tier stark geschwächt ist, gar nicht mehr frisst, kaum noch reagiert oder Krämpfe zeigt, da dann eine fortgeschrittene Stoffwechselstörung vorliegen kann. Je früher die Beleuchtung korrigiert wird, desto besser.