Was bedeutet das?
Ein steifer Gang beschreibt eine eingeschränkte, unrunde Beweglichkeit, bei der die Bewegungen eines Hundes weniger geschmeidig wirken und er sich wie eingerostet fortbewegt. Besonders nach dem Aufstehen, bei Kälte oder nach Ruhephasen fällt die Steifheit oft auf und bessert sich mitunter, wenn der Hund sich eingelaufen hat. Häufig steckt eine Reizung oder ein Verschleiß von Gelenken oder der Wirbelsäule dahinter, manchmal auch eine Muskelverspannung, eine Entzündung oder eine Überlastung. Steifheit ist ein wichtiges Frühzeichen, weil sie auf einen schwelenden, oft chronischen Prozess im Bewegungsapparat hinweisen kann. Da sie sich meist schleichend entwickelt, wird sie leicht als normales Älterwerden abgetan, obwohl sich dahinter eine behandelbare Ursache verbergen kann.
Worauf Sie achten sollten
Beobachten Sie, wann und wie ausgeprägt die Steifheit ist.
- Ob die Steifheit vor allem morgens oder nach dem Liegen auftritt und sich beim Loslaufen bessert
- Ob bestimmtes Wetter oder Kälte die Beschwerden verstärkt
- Ob Ihr Hund langsamer wird, Treppen meidet oder beim Aufstehen zögert
- Veränderungen der Muskulatur, etwa ein Abbau an Hinterläufen oder Rücken
- Ob die Bewegungsfreude insgesamt nachlässt
Steifer Gang beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Wenn die Steifheit über mehrere Tage anhält, immer wieder auftritt, zunimmt oder den Alltag Ihres Hundes einschränkt, ist eine tierärztliche Untersuchung sinnvoll, um die Ursache im Bewegungsapparat abzuklären. Auch wenn Ihr Hund ungern aufsteht, Treppen oder Sprünge meidet oder sich sein Verhalten verändert, sollten Sie das ernst nehmen. Dringlicher wird die Situation, wenn zu der Steifheit starke Schmerzen, eine ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit, Fieber oder Teilnahmslosigkeit hinzukommen oder die Steifheit ganz plötzlich auftritt – dann sollten Sie nicht lange warten und zeitnah eine Praxis aufsuchen. Leichte, vorübergehende Steifheit nach ungewohnter Anstrengung, die sich rasch wieder gibt, ist dagegen meist harmlos; hier hilft es, dem Hund Ruhe zu gönnen und den Verlauf zu beobachten.