Was bedeutet das?
Ein dauerhaft nasses Kinn bedeutet, dass das Fell an Kinn, Hals und Brust ständig feucht, verklebt oder verfärbt ist, weil das Kaninchen vermehrt speichelt. Das ist bedeutsam, weil dieses vermehrte Speicheln fast immer auf ein Problem im Maul hinweist, das dem Tier das Schlucken und Fressen erschwert. Meist stecken Zahnerkrankungen dahinter, etwa scharfe Zahnspitzen, die die Schleimhaut verletzen, zu lange Backenzähne oder ein schmerzhafter Zahnabszess. Seltener sind Fremdkörper oder Entzündungen im Maul die Ursache. Weil das Tier durch die Schmerzen weniger frisst, drohen Gewichtsverlust und eine gefährliche Magen-Darm-Stase. Deshalb ist es wichtig, ein nasses Kinn ernst zu nehmen und das Fressverhalten sowie das Körpergewicht mit im Blick zu behalten.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf das Fell und das Fressverhalten:
- Ist das Kinn- und Brustfell dauerhaft feucht oder verklebt
- Frisst das Tier vorsichtig oder einseitig
- Riecht es aus dem Maul
- Magert das Tier ab
- Ist die Haut am Kinn gereizt
Nasses Kinn beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein dauerhaft nasses Kinn sollte tierärztlich abgeklärt werden, da meist behandlungsbedürftige Zahnprobleme zugrunde liegen, die sich nur bei einer Untersuchung des Maulraums erkennen lassen. Je früher die Ursache gefunden wird, desto eher lässt sich verhindern, dass das Tier vor Schmerzen das Fressen einschränkt. Ein sofortiger Notfall besteht, wenn zum nassen Kinn deutliche Fressunlust und Abmagerung kommen oder wenn das Kinn plötzlich nass wird und das Kaninchen dabei würgt, denn dann kann ein akutes Hindernis im Maul oder Rachen vorliegen. In solchen Fällen ist rasches Handeln nötig, da eine Fressunlust bei Kaninchen schnell lebensbedrohlich wird. Warten Sie deshalb nicht ab, sondern suchen Sie zügig tierärztliche Hilfe zur Abklärung.