Was bedeutet das?
Gesunde Vögel halten sich überwiegend auf den Sitzstangen oder im oberen Käfigbereich auf und kommen nur kurz zum Fressen, Baden oder Spielen auf den Boden. Sitzt ein Vogel dagegen dauerhaft am Käfigboden, weil er nicht mehr auf die Stange gelangt oder sich dort nicht mehr halten kann, ist das ein deutliches Zeichen für eine hochgradige Schwäche. Dahinter können eine schwere Erkrankung, eine Verletzung an Bein oder Flügel, eine Legenot oder ein fortgeschrittenes inneres Leiden stecken. Am Boden ist der Vogel zusätzlich Zugluft, Kälte und Verunreinigungen ausgesetzt, was seinen Zustand weiter verschlechtern kann. Anhaltendes Bodensitzen gehört deshalb zu den ernsten Warnzeichen und sollte niemals als harmlose Vorliebe missverstanden werden.
Worauf Sie achten sollten
Beobachten Sie Sitzplatz und Verfassung:
- dauerhaftes Sitzen am Käfigboden
- Unfähigkeit, die Stange zu erreichen oder zu halten
- Aufplustern und geschlossene Augen
- Schwäche oder Lahmheit
- verminderte Futter- und Wasseraufnahme
Sitzen am Käfigboden bei Vögeln: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein Vogel, der dauerhaft am Boden sitzt, sollte rasch tierärztlich untersucht werden, da dieses Verhalten fast immer für eine ernste Schwäche oder Erkrankung spricht. Halten Sie ihn bis zum Termin an einem warmen, ruhigen und zugfreien Ort und vermeiden Sie zusätzlichen Stress. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn der Vogel apathisch am Boden sitzt und nicht mehr auf die Stange gelangt, oder wenn das Bodensitzen plötzlich auftritt. Dann sollten Sie ihn ohne Verzögerung, notfalls im Notdienst, einem vogelkundigen Tierarzt vorstellen. Warten Sie in dieser Situation nicht bis zum nächsten Tag, da geschwächte Vögel schnell auskühlen und lebensbedrohlich abbauen können. Kommen Atemnot, sichtbare Verletzungen, Blutungen oder bei Weibchen Anzeichen einer Legenot hinzu, ist besondere Eile geboten.