Was bedeutet das?
Schorf und Krusten an den Ohrrändern bedeuten, dass die Haut dort gereizt oder entzündet ist und sich Verkrustungen bilden. Häufig stecken Räudemilben dahinter, winzige Parasiten, die sich in die Haut bohren und starken Juckreiz auslösen. Das Tier kratzt sich daraufhin heftig, wodurch die Ränder weiter verkrusten und wund werden können. Auch Hautpilz, kleine Verletzungen durch Rangeleien oder trockene, schuppige Haut können Krusten an den Ohren verursachen. Die Bandbreite reicht von einer harmlosen, örtlich begrenzten Reizung bis zu einem ausgedehnten Parasitenbefall, der sich über den Kopf ausbreitet. Ihre Beobachtung, ob die Krusten größer werden, sich weitere Stellen bilden oder das Tier sich vermehrt kratzt, hilft, den Verlauf richtig einzuschätzen.
Worauf Sie achten sollten
Untersuchen Sie die Ohrränder:
- Trockene, gelbliche Krusten
- Schorf, der sich ausbreitet
- Häufiges Kratzen am Kopf
- Übergreifen auf Nase oder Pfoten
Schorf an den Ohren bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Schorf an den Ohren ist meist kein akuter Notfall, sollte aber tierärztlich abgeklärt und behandelt werden, da die häufige Ursache, ein Milbenbefall, von allein nicht ausheilt und sich sonst ausbreitet. Beobachten Sie zunächst, ob die Krusten größer werden, weitere Körperstellen betroffen sind oder das Tier sich stark kratzt, und vereinbaren Sie bei Zunahme einen Termin. Auch aus Rücksicht auf andere Tiere im Bestand ist eine Abklärung sinnvoll, da einige Ursachen ansteckend sind. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn der Schorf großflächig ist, mit offenen Wunden einhergeht und das Tier zugleich schwach und teilnahmslos wirkt – dann ist rasche Hilfe nötig. Halten Sie die Umgebung bis zum Termin sauber und verzichten Sie darauf, die Krusten selbst abzulösen.