Was bedeutet das?
Schmerzen beim Urinieren bedeuten, dass das Wasserlassen für das Kaninchen unangenehm oder schmerzhaft ist. Das zeigt sich durch Pressen, häufiges Hinhocken, eine gekrümmte Haltung und manchmal Lautäußerungen. Bedeutsam ist es, weil meist eine Reizung der Harnwege durch eine Entzündung, Harngrieß oder Steine vorliegt und ein vollständiger Verschluss lebensbedrohlich werden kann. Oft ist auch das Fell im Genitalbereich feucht oder verschmutzt, weil der Harn nur tröpfchenweise abgeht. Betroffene Kaninchen ziehen sich häufig zurück und fressen schlechter, weil die Schmerzen belasten. Deshalb ist es wichtig, das Harnverhalten, die Urinmenge und die Körperhaltung beim Absetzen genau zu beobachten, um eine drohende Verschlechterung rechtzeitig zu erkennen.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf das Verhalten beim Harnabsatz:
- Presst das Tier und hockt häufig hin
- Kommt dabei Urin oder bleibt der Absatz erfolglos
- Ist der Urin blutig oder kalkig-dick
- Ist das Fell am Hinterteil nass und verschmutzt
- Wirkt das Tier unruhig oder knirscht es mit den Zähnen
Schmerzen beim Urinieren beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Schmerzen beim Urinieren sollten zeitnah tierärztlich abgeklärt werden, da meist eine behandlungsbedürftige Erkrankung der Harnwege dahintersteckt. Weil sich eine Reizung oder ein beginnender Verschluss rasch verschlimmern kann, sollten Sie nicht lange abwarten, sondern das Kaninchen möglichst am selben Tag vorstellen. Achten Sie darauf, ob überhaupt noch Urin abgesetzt wird und in welcher Menge. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn Ihr Kaninchen presst, aber kein Harn mehr kommt, oder wenn ein völliger Harnverhalt besteht. Ein blockierter Harnabsatz ist lebensbedrohlich, daher sollten Sie dann umgehend eine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst aufsuchen. Halten Sie das Tier bis dahin ruhig und beobachten Sie es engmaschig.