Was bedeutet das?
Bei einem Kloakenvorfall ragt Gewebe aus der Kloakenöffnung heraus, etwa Teile des Enddarms oder des Legedarms. Von außen sieht man eine rötliche, feuchte, oft glänzende Vorwölbung. Ausgelöst wird ein Vorfall meist durch heftiges, anhaltendes Pressen, wie es bei Legenot, Verstopfung, Durchfall oder einer Kloakenentzündung vorkommt. Auch chronisches, hormonell bedingtes Legen kann das Gewebe schwächen. Das vorgefallene Gewebe ist ungeschützt: Es trocknet rasch aus, kann anschwellen, sich entzünden und wird vom Vogel häufig selbst bepickt, was zu Verletzungen und Blutungen führt. Ein Kloakenvorfall ist immer ein ernster Zustand, denn ohne rasche Versorgung kann das Gewebe absterben. Deshalb muss er unverzüglich behandelt werden.
Worauf Sie achten sollten
Erkennen Sie den Vorfall und handeln Sie:
- rotes, feuchtes Gewebe an der Kloake
- Pressen oder Schmerzanzeichen
- Bepicken der vorgefallenen Stelle
- Verschmutzung oder Austrocknung des Gewebes
- Mattigkeit
Kloakenvorfall bei Vögeln: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein Kloakenvorfall ist immer ein Notfall, der sofort tierärztlich versorgt werden muss, da das vorgefallene Gewebe sonst austrocknet, sich entzündet oder abstirbt. Sobald rotes, feuchtes Gewebe aus der Kloake ragt, besteht unmittelbarer Handlungsbedarf. Kontaktieren Sie ohne Verzögerung eine vogelkundige Praxis oder eine Tierklinik mit Vogelsprechstunde beziehungsweise den zuständigen tierärztlichen Notdienst und stellen Sie den Vogel dort unverzüglich vor. Transportieren Sie ihn dabei warm, ruhig und so stressfrei wie möglich. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, damit die Praxis vorbereitet ist; erreichen Sie niemanden, fahren Sie trotzdem sofort los, ohne die Fahrt durch weitere Anrufversuche aufzuhalten.