Was bedeutet das?
Eine Harnabsatzstörung bedeutet, dass das Tier den Urin gar nicht oder nur unter deutlich erschwertem Pressen absetzen kann. Sie beobachten dann häufig, dass das Tier wiederholt die typische Position einnimmt, ohne dass Urin fließt. Dahinter können harmlosere Reizungen der Harnwege stehen, ebenso aber Blasensteine oder ein vollständiger Verschluss der Harnröhre. Ein solcher Verschluss ist besonders gefährlich, weil sich Giftstoffe, die normalerweise mit dem Urin ausgeschieden werden, im Körper anstauen. Gerade bei kleinen Exoten kann sich der Zustand innerhalb weniger Stunden dramatisch verschlechtern. Deshalb ist es wichtig, den Urinabsatz genau zu beobachten und Menge, Farbe sowie das Verhalten beim Absetzen im Blick zu behalten, um Veränderungen früh zu erkennen.
Worauf Sie achten sollten
Beobachten Sie die Toilettengänge aufmerksam:
- Presst das Tier häufig, ohne dass Urin kommt?
- Gibt es dabei Schmerzlaute von sich?
- Wirkt es matt oder ist der Bauch aufgetrieben?
Harnabsatzstörung (Exoten): Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine Harnabsatzstörung ist grundsätzlich ein Grund zur ernsten Sorge und sollte rasch tierärztlich abgeklärt werden. Setzt das Tier über mehrere Stunden trotz sichtbarem Pressen keinen Urin mehr ab, handelt es sich um einen sofortigen Notfall, bei dem Sie ohne Zögern eine Klinik aufsuchen sollten. Das gilt umso mehr, wenn zusätzlich Schmerzen, ausgeprägte Apathie oder ein aufgetriebener Bauch hinzukommen. Auch wenn das Tier zwar noch kleine Mengen absetzt, dabei aber deutlich leidet oder sich zunehmend zurückzieht, sollten Sie nicht abwarten. Bei kleinen Exoten bleibt wenig Zeit, da sich ein Rückstau von Giftstoffen schnell lebensbedrohlich auswirken kann. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu früh vorstellen als zu spät, denn ein Verschluss lässt sich nur tierärztlich beheben.